Bürgergeld-Empfänger droht Wohnungsverlust trotz Jobcenter-Hilfe

Nico Peters
Nico Peters
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Ein Plakat mit dem Text "In jedem einzelnen Kongresswahlbezirk wurden mindestens 30% der berechtigten Schuldner vollständig für Schuldenbefreiung genehmigt" und einem Logo in der rechten unteren Ecke, mit ein paar Leuten mit Hüten im Hintergrund.Nico Peters

Bürgergeld-Empfänger droht Wohnungsverlust trotz Jobcenter-Hilfe

Haushalte, die Bürgergeld oder Grundsicherung beziehen, sind zunehmend von Wohnungsverlust bedroht

Aufgrund von Mietschulden steigt für Haushalte, die Bürgergeld oder Grundsicherung erhalten, das Risiko einer Räumungsklage. Gerichte haben entschieden, dass Jobcenter eingreifen müssen, wenn Obdachlosigkeit droht – selbst dann, wenn die Mieten als überhöht gelten. Doch trotz dieser Schutzmechanismen sind die Schulden im Zusammenhang mit Sozialleistungen bis Mitte 2025 auf 3,25 Milliarden Euro angestiegen – mehr als das Doppelte im Vergleich zu vor einem Jahrzehnt.

Nach deutschem Recht können Mieter, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, auch ohne eigenes Verschulden gekündigt werden, wenn sie mit der Miete in Verzug geraten. Sobald sich Rückstände ansammeln, können Vermieter die Verträge kündigen, was innerhalb weniger Monate zu gerichtlichen Schritten und möglicherweise zur Obdachlosigkeit führt. Jobcenter sind zwar verpflichtet, einzugreifen – allerdings nur unter strengen Auflagen: Die Wohnkosten müssen genehmigt sein, der Mieter muss nachweisen, dass er nicht zahlen kann, und der Vermieter muss zustimmen, den Mietvertrag fortzusetzen, sobald die Schulden beglichen sind.

Gerichte haben mehrfach bestätigt, dass die Unterstützung bei Mietrückständen keine freiwillige Leistung ist, wenn eine Räumung droht. Sowohl das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen als auch das Bundessozialgericht haben entschieden, dass Jobcenter in solchen Fällen kaum Spielraum haben, die Hilfe zu verweigern. Selbst bei als unangemessen hohen Mieten werden Darlehen für Rückstände gewährt, wenn ein sofortiger Umzug unmöglich ist und die Begleichung der Schulden die Räumung abwendet.

Die finanzielle Belastung für Sozialleistungsempfänger hat sich im Laufe der Zeit verschärft. Bis Juni 2025 beliefen sich die Schulden im Zusammenhang mit Bürgergeld auf 3,25 Milliarden Euro – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Gleichzeitig zeigen Bemühungen, zu Unrecht gezahlte Leistungen zurückzufordern, nur begrenzten Erfolg: Die Rückholquote bei notleidenden Forderungen liegt bei lediglich 0,96 Prozent. Die wachsende Schuldenlast des Systems unterstreicht die Herausforderungen, vor denen sowohl Mieter als auch Behörden im Kampf gegen Obdachlosigkeit stehen.

Die rechtlichen Vorgaben stellen sicher, dass Jobcenter handeln müssen, um Räumungen zu verhindern, wenn Mieter ihre Miete nicht zahlen können. Doch der Anstieg der sozialbedingten Schulden deutet darauf hin, dass viele Haushalte weiterhin gefährdet sind. Angesichts steigender Rückforderungsansprüche und geringer Erfolgsquoten bei der Beitragseintreibung wächst der Druck auf Mieter und öffentliche Haushalte gleichermaßen.

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