Rheinmetall übernimmt kroatischen Robotik-Spezialisten für autonome Militärtechnik

Sebastian Schulte
Sebastian Schulte
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Zwei Männer in Tarnuniformen und Helmen arbeiten an einem kleinen Roboter auf dem Boden in einer militärischen Umgebung mit Fahrzeugen und Taschen im Hintergrund.Sebastian Schulte

Rheinmetall übernimmt kroatischen Robotik-Spezialisten für autonome Militärtechnik

Rheinmetall übernimmt Mehrheit an kroatischem Robotikunternehmen DOK-ING

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent am kroatischen Robotikunternehmen DOK-ING erworben. Die Übernahme soll die Kompetenzen von Rheinmetall im Bereich autonomer Militärsysteme stärken und festigt zugleich Kroatiens Position als wichtiger Partner innerhalb der EU und der NATO.

Im Rahmen des Deals wird in Kroatien ein neues Kompetenzzentrum für autonome Technologien eingerichtet. Dies passt zu Rheinmetalls übergeordneter Strategie, sein Portfolio an unbemannten Systemen auszubauen – darunter Projekte wie der Wingman, autonome Begleitfahrzeuge, die Panzer im Gefecht unterstützen sollen.

Die Übernahme wurde am 4. März 2026 bekannt gegeben, steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung. Analysten zufolge fügt sich der Deal nahtlos in Rheinmetalls Fokus ein, modernste autonome Technologien in sein Verteidigungsangebot zu integrieren. Das Unternehmen hatte zuvor betont, dass unbemannte Unterstützungssysteme eine kritische Lücke in seinem aktuellen Produktportfolio darstellen.

Trotz der strategischen Logik fällt die Reaktion der Anleger verhalten aus. Der Aktienkurs von Rheinmetall verlor vergangene Woche rund 6,5 Prozent und schloss bei 1.557,50 Euro. Dieser Rückgang setzt einen breiteren Abwärtstrend fort: Die Aktie notiert derzeit etwa 20 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro. Einige Marktbeobachter hinterfragen, ob die langfristigen Vorteile der Übernahme die kurzfristigen Kosten rechtfertigen.

Dennoch bleibt die Gesamtperformance des Unternehmens solide. Innerhalb des letzten Jahres legten Rheinmetalls Aktien immerhin um über 30 Prozent zu. Eine robuste Auftragslage und steigende Verteidigungsbudgets in Europa deuten darauf hin, dass der jüngste Kursrückgang eher eine temporäre Marktkorrektur als ein grundlegendes Problem widerspiegelt. So schreitet etwa das Wingman-Projekt weiter voran: Autonome Fahrzeuge werden entwickelt, um bei der Aufklärung und Feuerunterstützung für Kampfpanzer zu assistieren.

Die DOK-ING-Übernahme unterstreicht Rheinmetalls Vorstoß in die autonome Kriegsführung und festigt Kroatiens Rolle als Innovationsstandort in der europäischen Verteidigung. Sobald die Genehmigung vorliegt, wird das neue Kompetenzzentrum die Integration unbemannter Systeme in militärische Operationen weiter vorantreiben. Trotz der jüngsten Kurschwankungen bleibt Rheinmetalls langfristige Perspektive eng mit der wachsenden Nachfrage nach hochmodernen Verteidigungstechnologien verknüpft.