Die Grimberg-Katastrophe von 1946: Deutschlands schwerster Bergwerksunfall fordert über 400 Leben
Tödlicher Kohlebergbau: 405 Tote auf Grimberg - Die Grimberg-Katastrophe von 1946: Deutschlands schwerster Bergwerksunfall fordert über 400 Leben
Am 20. Februar 1946 erschütterte eine verheerende Serie von Explosionen ein Steinkohlebergwerk im deutschen Ruhrgebiet. Die Katastrophe im Schacht Grimberg 3/4 in Bergkamen-Weddinghofen forderte über 400 Menschenleben und gilt damit als der schwerste Bergwerksunfall der deutschen Geschichte. Die Tragödie riss ganze Familien auseinander und zwang zu nachhaltigen Veränderungen der Sicherheitsvorschriften im Bergbau.
Die Explosionen begannen, als ein Funke tief unter der Erde ein Methan-Luft-Gemisch entzündete. Dies löste eine sekundäre Kohlenstaubexplosion aus, durch die Hunderte von Bergleuten eingeschlossen wurden. Rettungskräfte kämpften drei Tage lang gegen Nachbeben und heftige Brände, bevor sie lediglich acht Überlebende bergen konnten. Das Bergwerk wurde anschließend versiegelt, wobei die meisten Leichen nie geborgen wurden.
Doch die Grimberg-Katastrophe schlug weniger als einen Monat später erneut zu. Am 12. März 1946 tötete eine weitere Explosion im Grimberg-Bergwerk in Dortmund alle 51 anwesenden Bergleute. Es gab keine Überlebenden. Spätere Untersuchungen ergaben, dass die Kohleflöze in beiden Bergwerken ungewöhnlich hohe Methankonzentrationen aufwiesen, doch die genaue Ursache des anfänglichen Funkens blieb ungeklärt.
Die Auswirkungen auf die lokale Gemeinschaft waren tiefgreifend. Unter den 402 Toten in Bergkamen-Weddinghofen befanden sich auch der Betriebsleiter der Zeche und drei britische Offiziere. Drei weitere Arbeiter starben über Tage. Die Katastrophe hinterließ 283 Witwen und 433 Kinder ohne Vater. Als Reaktion führten die Behörden strengere Sicherheitsmaßnahmen ein, darunter verbesserte Belüftungssysteme, verpflichtende Methanüberwachung und regelmäßige Kontrollen. Zudem wurde neue Ausrüstung wie Sauerstoffgeräte und Filter-Selbstretter eingeführt, um die Bergleute besser zu schützen.
Das Bergwerk wurde 1952 zwar wiedereröffnet, doch 1994 endgültig geschlossen. Heute erinnert eine jährliche Gedenkveranstaltung an einem Denkmal in der Nähe der Unglücksstätte an die Opfer.
Die Grimberg-Katastrophen führten zu umfassenden Reformen der Bergbausicherheit in Deutschland. Strengere Vorschriften und bessere Ausrüstung sollten künftige Tragödien verhindern. Noch heute versammelt sich die Gemeinschaft jedes Jahr, um der Opfer einer der dunkelsten Industriekatastrophen des Landes zu gedenken.
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