E-World feiert Rekordjahr – doch das Netzpaket spaltet Politik und Wirtschaft

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Eine Ladestation für Elektrofahrzeuge auf einem Parkplatz, umgeben von verschiedenen Geräten, Schildern, Vegetation, Zaun und Verkehrskegeln, mit einer Brücke und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.Admin User

E-World feiert Rekordjahr – doch das Netzpaket spaltet Politik und Wirtschaft

E-World-Messe verzeichnet Rekordjahr – doch politische Spannungen um die Bundesnetzagentur trüben die Stimmung

Die E-World-Fachmesse hat ein Rekordjahr abgeschlossen: Sowohl die Besucher- als auch die Ausstellerzahlen stiegen deutlich. Rund 47.000 Branchenvertreter aus 126 Ländern nahmen teil – ein Plus von 50 Prozent. Gleichzeitig erweiterte die Veranstaltung ihren Fokus auf Themen wie Energiewende, Batteriespeicher und künstliche Intelligenz.

Doch der Erfolg der Messe steht im Kontrast zu den wachsenden politischen Spannungen um das geplante Netzpaket der Bundesregierung. Seit ein Entwurf des Gesetzespakets am 9. und 10. Februar 2026 durchgesickert ist, formiert sich Widerstand aus Parteien, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden. Die Regierung sah sich gezwungen, bis zum 13. Februar Überarbeitungen anzukündigen.

Wachstum in Umfang und Themenvielfalt Die E-World legte nicht nur bei den Besucherzahlen zu, sondern auch bei der Anzahl der Aussteller: Diese stieg um 16 Prozent auf 1.136, sodass in diesem Jahr sechs Hallen belegt waren. Für 2027 ist bereits die Nutzung aller acht Hallen geplant. Besonders stark war der Zuwachs bei Start-ups und Innovatoren – hier gab es 40 Prozent mehr Teilnehmer, was die zunehmende Bedeutung neuer Technologien unterstreicht.

Energiemarkt im Wandel Auch der Energiemarkt selbst entwickelt sich rasant. Hinter-dem-Zähler-Speicherlösungen gewinnen an Fahrt – mittlerweile konkurrieren mindestens sechs Anbieter in diesem Segment. Das Unternehmen Otark führte zudem ein "1-Klick-PPA" ein, um Stromabnahmeverträge (PPAs) für Käufer und Verkäufer zu vereinfachen. Allerdings bleibt die PPA-Aktivität im Photovoltaikbereich aufgrund ungünstiger Preise schwach. Node Energy stellte daher sein "PPA-as-a-Service"-Angebot ein.

Forderung nach stabilen Rahmenbedingungen Branchenvertreter auf der Messe betonten die Dringlichkeit klarer Regularien, transparenterer Netzzugangsregeln und standardisierter flexibler Anschlussvereinbarungen (FCAs). Diese Forderungen fallen in eine Phase, in der der Entwurf des Netzpakets massiv in der Kritik steht. Die Fraktionen von Grünen und FDP fordern grundlegende Änderungen, insbesondere die Streichung umstrittener Vorratsdatenspeicherungspläne. Gewerkschaften wie ver.di sowie Digitalrechtsorganisationen, darunter der Chaos Computer Club, beteiligen sich an Protesten, während CDU/CSU und AfD das Paket komplett ablehnen. Kritiker warnen, die geplanten Maßnahmen könnten den Ausbau von Photovoltaik und Windkraft behindern – und erhöhen so den Druck auf die Regierung, die angekündigten Überarbeitungen bis zum 13. Februar vorzulegen.

Fazit: Dynamischer Markt, unsichere Regulierung Die Rekordbeteiligung und die thematische Erweiterung der E-World spiegeln den rasanten Wandel im Energiesektor wider. Innovationen bei Speichertechnologien und PPAs deuten auf einen lebendigen Markt hin. Doch der politische Streit um das Netzpaket zeigt: Die regulatorischen Herausforderungen sind groß – und die überarbeitete Fassung wird in den kommenden Tagen mit Spannung erwartet.