NRW führt Kernbetreuungszeiten in Kitas ein – Lösungsansatz oder Qualitätsrisiko?
NRW führt Kernbetreuungszeiten in Kitas ein – Lösungsansatz oder Qualitätsrisiko?
Nordrhein-Westfalen führt Kernbetreuungszeiten in Kitas ein
Nordrhein-Westfalen plant mit einem neuen Kinderbildungsgesetz die Einführung von Kernöffnungszeiten in Kindertageseinrichtungen. Die von der grünen Landesministerin vorangetriebene Reform soll Personalengpässe mildern und gleichzeitig eine grundlegende Betreuungsgarantie sichern. Kritiker warnen jedoch, dass die Änderungen die Qualität der frühkindlichen Bildung beeinträchtigen könnten.
Das vorgestellte Modell teilt die Betreuung in zwei Bereiche auf: Ein Stammpersonal übernimmt fünf Stunden tägliche Kernbetreuungszeit, während zusätzliche Fachkräfte die sogenannten Randzeiten abdecken. Diese ergänzenden Mitarbeiter verfügen zwar über pädagogische Qualifikationen, absolvieren ihre Ausbildung jedoch in zwei statt drei Jahren.
Das System orientiert sich an Ansätzen, die seit 2023 in Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg erprobt werden. Dort stießen verlängerte Öffnungszeiten zwar auf Zuspruch bei berufstätigen Eltern, führten aber auch zu Problemen wie Überlastung des Personals und steigenden Kosten. Ähnliche Herausforderungen zeigen sich in Ländern wie Schweden und Dänemark, wo lange Kita-Öffnungszeiten zwar die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern, gleichzeitig aber die Personalgewinnung und -bindung erschweren.
Verena Schäffer, die neue Kinderministerin Nordrhein-Westfalens, betont, die Reform werde die Betreuungssituation stabilisieren. Zwar räumt sie Bedenken ein, doch das Modell biete eine pragmatische Lösung für den Fachkräftemangel. Als Auffanglösung ermöglicht das Gesetz Trägern, auch bei fehlendem vollqualifiziertem Personal den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Ziel des Gesetzes ist es, den Druck auf Kitas durch angepasste Personalvorgaben zu verringern. Durch den Einsatz der ergänzenden Kräfte in den Randzeiten hofft das Land, Zugänglichkeit und Qualität in Einklang zu bringen. Doch die verkürzte Ausbildungsdauer dieser Mitarbeiter wirft Fragen nach den langfristigen Standards in der frühkindlichen Bildung auf.
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Fünf Stunden Betreuung durch Stammpersonal, Randzeiten mit kürzer ausgebildeten Kräften. NRWs Kita-Reform spaltet Eltern, Erzieher:innen und Politik. Funktioniert das Modell?
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