02 April 2026, 00:28

Düsseldorf wagt digitales Experiment: Geheime Wahlen per Mausklick

Ein Blatt Papier mit einer Zeichnung von zwei Frauen und einem Mann, Farboptionen oben und der Text "The Devonshire, or Most Approved Method of Securing Votes".

Düsseldorf wagt digitales Experiment: Geheime Wahlen per Mausklick

Düsseldorfer Stadtrat plant digitale Abstimmungen, darunter auch geheime Wahlen

Der Düsseldorfer Stadtrat möchte digitale Abstimmungen in seinen Sitzungen einführen, einschließlich geheimer Wahlen. Dieser Schritt folgt einer rechtlichen Überprüfung, die bestätigte, dass die Änderung mit den geltenden Gesetzen vereinbar ist. Dennoch bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Transparenz elektronischer Wahlsysteme.

Das Bundesverfassungsgericht fordert seit Langem, dass alle wesentlichen Wahlschritte öffentlich überprüfbar sein müssen. 2009 verbot es Wahlcomputer, nachdem diese ein Jahrzehnt lang genutzt worden waren – mit der Begründung, sie gefährdeten die Transparenz. Nun möchte Düsseldorf seine Regeln modernisieren und digitale Abstimmungen zulassen, gestützt auf einen Online-Dienst für zukünftige Sitzungen.

Das IT-Unternehmen OpenSlides, das die Software entwickelt, unterstützt bereits Bundesparteitage und kleinere Veranstaltungen. Das Unternehmen arbeitet an einem kryptografischen System mit Kontrollstimmen, um Unregelmäßigkeiten aufzudecken. Dennoch warnt Emanuel Schütze, einer der Gründer, dass die nachprüfbare Gestaltung geheimer Digitalwahlen die Anonymität der Wähler gefährden könnte.

Kritiker wie Chris Demmer von der Linken argumentieren, dass geheime Parlamentsabstimmungen besonders anfällig für Manipulationen seien. Zwar gibt es in deutschen Städten kaum dokumentierte Erfahrungen mit digitaler Wahl, doch Düsseldorf könnte mit seiner Entscheidung zum Prüfstein werden: Können solche Systeme Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit in Einklang bringen?

Die Regeländerung des Rates ermöglicht zwar digitale Abstimmungen, doch ihr Erfolg hängt davon ab, ob die Transparenzbedenken ausgeräumt werden können. Die kryptografischen Kontrollen von OpenSlides sollen Fehler verhindern – doch die Debatten über Anonymität und Vertrauen dauern an. Das Ergebnis könnte beeinflussen, wie andere Kommunen künftig mit elektronischen Wahlen umgehen.

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AKTUALISIERUNG

Düsseldorf's Digital Vote: First Use Confirmed

Düsseldorf has confirmed its first use of the OpenSlides digital voting system during a city council meeting on 11 February 2026. Key developments include:

  • The city became the first large NRW municipality (over 250,000 residents) to implement the system after a successful December 2025 pilot.
  • Live projections of results and tablet-based voting enabled faster, transparent decisions, with "a major step toward modern, efficient governance," according to Mayor Keller.
  • The system supports open, named, and secret votes while maintaining anonymity through cryptographic controls.