18 March 2026, 01:02

Deutsche Brauereien kämpfen ums Überleben – und setzen auf alkoholfreies Bier als Rettung

Ein Plakat, das Bier in Amsterdam bewirbt und eine Gruppe von Menschen zeigt, von denen einige Gläser halten, sowie Text und ein Logo.

Deutsche Brauereien kämpfen ums Überleben – und setzen auf alkoholfreies Bier als Rettung

Deutsche Brauereien stehen vor dem schwersten Jahr seit Jahrzehnten, da der Bierabsatz einbricht. 2025 ging der Verbrauch um sechs Prozent zurück – der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung. Viele traditionelle Brauereien in Städten wie Lübbecke und Bielefeld haben bereits geschlossen, während andere um ihr Überleben kämpfen und sich hastig anpassen müssen.

Zu denen, die sich zur Wehr setzen, gehören die Barre Brauerei und die Bielefelder Braumanufaktur. Beide setzen auf alkoholfreies Bier und neue Strategien, um in einem sich rasant wandelnden Markt zu bestehen.

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Die Krise trifft vor allem kleine und mittelgroße Brauereien hart. Christoph Barre, Geschäftsführer der Barre Brauerei, warnt, dass Insolvenzen in der Branche zunehmen. Statt an einen Großkonzern zu verkaufen, will er seine Brauerei unabhängig halten und tief in der Region verankert. Um die Bindung zur Heimat zu stärken, baut die Barre Brauerei ihre regionale Präsenz aus. Das Unternehmen ist nun auf Messen vertreten, bietet Brauereiführungen an und verkauft Merchandise-Artikel. Damit sollen Kundenbindung und Treue gefördert werden, während die sinkenden Absätze beim klassischen Bier ausgeglichen werden.

Die Bielefelder Braumanufaktur hingegen geht einen anderen Weg. Gründer Mike Cacic sieht sein Unternehmen nicht mehr nur als Brauerei, sondern als Getränkehersteller mit breiterem Sortiment. Angesichts rückläufiger Bierverkäufe investiert das Unternehmen stark in alkoholfreie Alternativen und Erfrischungsgetränke.

Diese Neuausrichtung spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Seit 2020 hat sich alkoholfreies Bier vom Nischenprodukt zu einem Marktanteil von über fünf Prozent entwickelt. Die Verkaufszahlen steigen bundesweit jährlich um 20 bis 30 Prozent, mit Wachstumsschwerpunkten in Städten wie Berlin und Bayern. Vor allem jüngere Verbraucher und eine wachsende Gesundheitsbewusstsein treiben die Nachfrage voran.

Cacic ist überzeugt, dass alkoholfreies Bier irgendwann zum umsatzstärksten Produkt seines Unternehmens werden könnte. Beide Brauereien steigern daher die Produktion ihrer alkoholfreien Sorten und setzen auf gesundheitsbewusste Konsumenten, um ihre Zukunft zu sichern.

Der Rückgang beim Bierabsatz zwingt die Brauereien zum Umdenken. Während die Barre Brauerei auf regionale Identität setzt, erweitert die Bielefelder Braumanufaktur ihr Angebot um alkoholfreie Biere und Erfrischungsgetränke. Ihr Überleben hängt nun davon ab, sich an einen Markt anzupassen, in dem traditionelles Bier nicht mehr die erste Wahl ist.

AKTUALISIERUNG

Neue Daten enthüllen das Ausmaß der Bierkrise, während Brauereien anpassen

Die deutsche Bierkrise hat sich nach offiziellen Statistiken verschärft. Destatis berichtet:

  • Der Bierkonsum fiel 6,0% im Jahr 2025 auf 7,8 Milliarden Liter, der schärfste Rückgang seit 1993.
  • Die Halbjahresverkäufe sanken 6,3% im H1 2025 und fielen zum ersten Mal unter 4 Milliarden Liter.
  • In den letzten zehn Jahren sind die Gesamtbierverkäufe um 18,9% (1,8 Milliarden Liter) gesunken. Führende Branchenvertreter nennen schwankendes europäisches Verbrauchervertrauen und kämpfende Restaurants als wichtige Faktoren für diesen langfristigen Rückgang.