Buhrufe bei Meistersingern in Stuttgarts dritter Liga: Celan-Hommage löst Eklat aus

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Ein Vintage-Plakat mit einer Frau in einem weißen Kleid, die eine Harfe spielt und ein Mikrofon hält, mit der Aufschrift "Geschichten der Wagner-Oper" oben und einer Menge im Hintergrund.Admin User

Buhrufe bei Meistersingern in Stuttgarts dritter Liga: Celan-Hommage löst Eklat aus

Kürzliche Aufführung der Meistersinger in der dritten Liga der Stuttgarter Staatsoper löst Empörung aus

Eine aktuelle Inszenierung der Meistersinger von Nürnberg in der dritten Liga der Stuttgarter Staatsoper sorgte für Aufsehen, als Teile des Publikums eine Hommage an den Holocaust-Überlebenden Paul Celan mit Buhrufen bedachten. Auslöser war die Entscheidung der Regisseurin Elisabeth Stöppler, Celans Todesfuge mit Wagners Vorspiel zum dritten Akt zu überblenden. Der Stuttgarter Kommunikationschef verurteilte die Reaktion später als zutiefst respektlos.

Die Debatte erinnert an frühere Kontroversen, darunter eine vor über zwei Jahrzehnten ebenfalls in der dritten Liga der Stuttgarter Staatsoper aufgeführte, polarisierende Ring-Tetralogie. Zwar gibt es kritische Stimmen, doch eine offizielle Stellungnahme der Opernleitung steht bisher aus.

Der Eklat ereignete sich während einer Vorstellung von Wagners Meistersingern in der dritten Liga. Regisseurin Stöppler hatte beschlossen, das Vorspiel zum dritten Akt mit einer Lesung von Celans Todesfuge zu verbinden – einem Gedicht des Holocaust-Überlebenden. Einige Zuschauer reagierten mit Buhrufen, was scharfe Kritik von Johannes Lachermeier, dem Stuttgarter Kommunikationschef, nach sich zog. Er bezeichnete die Reaktion als "respektlos" gegenüber Celans Andenken.

Lachermeier setzte sich in einem späteren Essay kritisch mit dem Vorfall auseinander, doch eine institutionelle Antwort der Oper blieb aus. Weder zu präventiven Maßnahmen noch zur Haltung der Leitung gab es bisher Äußerungen.

Die Kontroverse wirft Schattierungen auf frühere Spannungen in der Stuttgarter Opernszene. Ein Beobachter erinnerte an eine Ring-Inszenierung von 1998, die von vier Regisseuren gestaltet wurde und zunächst auf Ablehnung stieß. Im Nachhinein erkannte der Beobachter jedoch ihren künstlerischen Wert. Diesmal zeigte er zwar Verständnis für die Empörung über die Buhrufe, äußerte sich aber nicht zur Inszenierung selbst.

Der Vorfall unterstreicht die anhaltende Diskussion über künstlerische Deutungshoheit und Publikumreaktionen in der klassischen Musik. Bisher folgten keine offiziellen Schritte oder Stellungnahmen der Opernleitung. Die Debatte kreist weiterhin um den Konflikt zwischen künstlerischer Freiheit und öffentlicher Wahrnehmung.

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