Rheinsberg feiert 300. Geburtstag des Kulturprinzen Heinrich von Preußen
Mehr als nur der kleine Bruder: Rheinsberg widmet sich Heinrich - Rheinsberg feiert 300. Geburtstag des Kulturprinzen Heinrich von Preußen
In diesem Jahr jährt sich der 300. Geburtstag von Prinz Heinrich von Preußen, einer Persönlichkeit, die das einst beschauliche Städtchen Rheinsberg in ein blühendes kulturelles Zentrum verwandelte. Obwohl er oft im Schatten seines berühmteren Bruders, Friedrich II., stand, ist Prinz Heinrichs Einfluss auf die Stadt bis heute tief verankert. Rheinsberg feiert sein Erbe nun mit einem besonderen Programm aus Musik und Veranstaltungen im Rahmen des jährlichen Festivals.
Prinz Heinrichs Prägung Rheinsbergs begann nach dem Siebenjährigen Krieg, als er den Ort zu einem Musenhof – einem Hof der Musen – umgestaltete. Er führte Theater- und Opernaufführungen ein, veranstaltete Konzerte und ließ aufwendige Gartenanlagen mit chinesischen Pavillons, römischen Ruinen und einem Hecken-Theater anlegen. 1774 ließ er ein Hoftheater errichten, in dem Kammermusiken so gefeiert wurden, dass sie selbst mit denen von Versailles konkurrieren konnten.
Seine Ehefrau, Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Kassel, spielte eine zentrale Rolle bei der Förderung dieses kulturellen Umfelds, während französische Künstler und Denker weiteren Einfluss ausübten. Heute bewahren Einrichtungen wie die Musikakademie Brandenburg, die Kammeroper Rheinsberg und das Rheinsberger Schlosstheater sein Erbe und halten den künstlerischen Geist der Stadt lebendig.
Die Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag werden Werke präsentieren, die eng mit dem Prinzen verbunden sind. Giovanni Paisiellos Der Barbier von Sevilla und André-Modeste Grétrys Operette Blaubart – beides Lieblingsstücke Heinrichs – stehen im Mittelpunkt. Die Veranstalter erwarten in diesem Jahr rund 8.000 Besucher, doch steigende Kosten und unberechenbares Wetter bleiben Herausforderungen. Im vergangenen Sommer musste das Festival wegen ungünstiger Bedingungen von Juli auf August verschoben werden.
Trotz dieser Hindernisse lebt die kulturelle Identität Rheinsbergs weiter – geprägt von einem Prinzen, der aus einem ruhigen Städtchen einen Ort der Inspiration und künstlerischen Neugierde machte.
Die Jubiläumsveranstaltungen werden Prinz Heinrichs bleibenden Beitrag zu Rheinsberg würdigen – von den historischen Gärten bis zu den heutigen Festspielen. Mit tausenden erwarteten Gästen ehrt die Stadt ein Erbe, das vor drei Jahrhunderten begann. Seine Vision von Rheinsberg als Refugium der Künste ist noch immer so lebendig wie eh und je.
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