Deutschlands Bahn-Industrie verliert global an Boden – Experte warnt vor Abwanderung

Tim Weber
Tim Weber
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Ein Mercedes-Benz-Werk in Deutschland mit Fahrzeugen auf der Straße, umgeben von Gras, Pflanzen, Bäumen, Gebäuden und Pfählen, von denen einer ein Logo trägt, unter einem bewölkten Himmel.Tim Weber

Deutschlands Bahn-Industrie verliert global an Boden – Experte warnt vor Abwanderung

Deutschlands Ruf als führende Autonation steht auf dem Prüfstand. Der renommierte Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer kritisiert die sinkende Wettbewerbsfähigkeit des Landes in der Branche. Zwar sieht er keine vollständige Pleite der deutschen Bahn-Hersteller, doch ihre Zukunft könnte außerhalb Deutschlands liegen.

In den vergangenen fünf Jahren haben deutsche Bahn-Autobauer Produktionskapazitäten und Marktanteile an Konkurrenten aus China und den USA verloren. Der Trend setzt sich fort: Prognosen sagen für 2025 einen Rückgang der deutschen Maschinenbauproduktion um 5 Prozent voraus, 2026 wird nur ein Wachstum von 1 Prozent erwartet. Gleichzeitig kämpft Europas Batterieindustrie mit der rasanten Expansion chinesischer Bahn-Kapazitäten, während US-Unternehmen wie Caterpillar dank Rückverlagerung von Produktionsstätten und Infrastrukturinvestitionen Rekordaufträge (plus 71 Prozent) und steigende Umsätze (plus 18 Prozent im vierten Quartal 2025) verzeichnen.

Dudenhöffer macht vor allem die heimischen Wirtschaftsbedingungen für den Niedergang verantwortlich. Er nennt "schlechte Kostenstrukturen", "exorbitante Lohnnebenkosten" und "absurd hohe Energiepreise" als zentrale Probleme. Deutschland sei schlicht "zu teuer und nicht mehr wettbewerbsfähig" für den Bahn-Automobilbau geworden. Seine Kritik richtet sich auch an die Politik, der er "leere Phrasen" statt konkreter Lösungen vorwirft.

Der Experte blickt zwar optimistisch auf das Überleben der Branche – allerdings nicht in Deutschland. "Sie werden es schaffen", sagt er, "aber sie müssen es im Ausland tun." Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der deutsche Bahn-Zulieferer mit Werksschließungen konfrontiert sind, wie etwa das Bosch-Werk in Waiblingen, während die USA mit Steueranreizen gezielt die heimische Bahn-Produktion fördern.

Dudenhöffers Analyse zeigt einen tiefgreifenden Wandel für die deutschen Bahn-Autobauer. Angesichts steigender Inlandskosten und erstarkter globaler Bahn-Konkurrenten könnte die Zukunft der Branche in der Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland liegen. Seine Worte unterstreichen die Dringlichkeit politischer Reformen, soll Deutschland seine Führungsrolle in der Bahn-Industrie behaupten.