14 March 2026, 18:19

Willichs Kita-Umbau löst bei Eltern im Norden Sorgen aus

Ein großes abgerissenes Gebäude inmitten einer Stadt, umgeben von anderen Gebäuden, Straßenlaternen, Straßenschildern, Kraftfahrzeugen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Willichs Kita-Umbau löst bei Eltern im Norden Sorgen aus

Willich gestaltet sein Betreuungsangebot für Kinder in den nächsten drei Jahren grundlegend um. Mehrere Kitas werden geschlossen oder verlegt, was bei Eltern in den nördlichen Stadtteilen Sorgen wegen eingeschränkter Möglichkeiten auslöst. Die Veränderungen erfolgen, während die Stadt auf veränderte Nachfrage und finanzielle Zwänge reagiert.

Die AWO-Kita "Blaues Haus" in Schiefbahn wird zum 31. Juli 2027 ihre Türen schließen. Zwar erhielt sie eine letzte einjährige Förderverlängerung, doch weitere Mittel werden nicht folgen. Noch früher endet das Brückenprojekt "Schatzkiste" des DRK: Es wird bereits zum 31. Juli 2026 geschlossen.

Auch die Kita St. Irmgardis stellt zum Ende des Kita-Jahres 2026/2027 ihren Betrieb ein. Ihre Angebote werden in die modernisierte und größere Villa Kunterbunt überführt, die ab dem Kita-Jahr 2027/2028 in das Gebäude von St. Irmgardis zieht. Eine weitere große Veränderung betrifft die Kita Alperhof: Pläne für einen Neubau wurden verworfen. Stattdessen wird die Einrichtung in das generationenübergreifende Projekt Reinershof umziehen, während das bisherige Alperhof-Gebäude abgerissen werden soll.

Diese Schließungen und Verlegungen folgen auf ein Jahrzehnt steigender Nachfrage im Norden Willichs. Stadtteile wie Anrath und Neersen verzeichneten zwischen 2016 und 2026 einen Anstieg der Geburtenraten um 12 Prozent sowie einen Zuzug von Familien, was den Bedarf an Kita-Plätzen laut Stadt- und Landesstatistiken um 25 Prozent steigen ließ. Aktuelle Prognosen zeigen jedoch, dass es bis 2029 ein Überangebot von 440 Plätzen geben wird, da die Geburtenraten sinken und die Nachfrage nachlässt.

Die Stadt verzichtet aufgrund rückläufiger Zahlen und knapper Haushalte auf den Bau zweier neuer städtischer Kitas. Stattdessen wird sie eng mit dem Kirchenverband zusammenarbeiten, um den Bedarf zu beobachten und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen.

Durch die Umstrukturierung verringern sich die Betreuungsmöglichkeiten im Norden Willichs, sodass einige Familien weniger Angebote vor Ort vorfinden. Die Stadt betont jedoch, dass der laufende Dialog mit Partnern vor Ort helfen werde, künftige Anforderungen zu bewältigen. Bis 2029 rechnen die Verantwortlichen trotz aktueller Engpässe in bestimmten Bereichen mit ausreichend Kapazitäten, um die Nachfrage zu decken.