Legendäres Schwabinger 7 lebt in Kunstwerk weiter – Enthüllung in Bruckmühl
Sebastian SchulteLegendäres Schwabinger 7 lebt in Kunstwerk weiter – Enthüllung in Bruckmühl
Ein Stück Münchner Nachtlebensgeschichte kehrt bald wieder in die Öffentlichkeit zurück. Die legendäre Kneipe Schwabinger 7, einst eine kulturelle Institution, lebt weiter in einem Kunstwerk des Künstlers Rupert Dorrer. Der heute 85-Jährige verwandelte vor dem Abriss des Gebäudes eine der Wände in ein vielschichtiges Gemälde.
Das Werk mit dem Titel Schwabinger 7 wird am Montag um 11 Uhr in Bruckmühl von dem neu wiedergewählten Bürgermeister der Stadt, Richard Richter, enthüllt.
Das Schwabinger 7 zählte jahrzehntelang zu Münchens berühmtesten Kneipen und zog Stammgäste aus aller Welt an. Bevor das Gebäude abgerissen wurde, hielt Dorrer dessen Atmosphäre in einem Mixed-Media-Gemälde auf Holz fest. Mit den Maßen 140 cm Breite und 72 cm Höhe rekonstruiert das Kunstwerk ein Foto der Kneipenwand und verbindet dabei Schichten aus Textur und Erinnerung.
Ursprünglich versteigert, wurde das Werk von Denn's Biomarkt erworben, der heute an der ehemaligen Stelle der Kneipe ansässig ist. Später sicherte Dorrer es als Dauerleihgabe für die Galerie in Bruckmühl. Das Gemälde steht als Mahnmal der Vergänglichkeit – im Kontrast zum lebendigen Stammtisch im Grünen Eck in der Schwabinger Marktstraße, der bis heute besteht.
Gerd "Manila" Waldhauser, der ehemalige Wirt des Schwabinger 7, trifft sich noch immer mit Dorrer an genau diesem Tisch. Ihre Zusammenkünfte halten den Geist der Kneipe am Leben, auch wenn das Gebäude selbst verschwunden ist.
Die Enthüllung markiert ein neues Kapitel für Dorrers Kunstwerk. Einst Teil einer geliebten Münchner Kneipe, findet es nun ein Zuhause in der Bruckmühler Galerie. Das Werk sorgt dafür, dass das Erbe des Schwabinger 7 – und sein Platz in der kulturellen Geschichte der Stadt – weiterlebt.