Wasserstoffbranche kämpft mit schwacher Nachfrage und finanziellen Rückschlägen
Paul MaierWasserstoffbranche kämpft mit schwacher Nachfrage und finanziellen Rückschlägen
Die Wasserstoffbranche steht vor neuen Herausforderungen, da Zweifel an ihrer langfristigen Tragfähigkeit wachsen. Unternehmen wie Nel ASA und ITM Power kämpfen mit schwacher Nachfrage und finanziellen Belastungen. Gleichzeitig sehen sich Städte, die in Wasserstofftechnologie investieren – etwa Bielefeld –, mit unerwarteten Rückschlägen konfrontiert.
Das kommunale Entsorgungsunternehmen der Stadt Bielefeld gerät wegen seiner wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge in die Kritik: Die Fahrzeuge stehen aufgrund von Treibstoffmangel ungenutzt herum. Kritiker spotten über das Projekt und stellen dessen Praxistauglichkeit infrage. Trotz der Rückschläge betonen Stadtvertreter, die Probleme seien nur vorübergehend, und bekräftigen ihr Festhalten an der Wasserstoffstrategie.
Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA hat weiterhin mit sinkenden Umsätzen und schwacher Auftragslage zu kämpfen. Der Aktienkurs notierte kürzlich in Stuttgart bei 0,192 Euro – ein leichtes Plus von 2,5 Prozent –, bleibt aber nahe dem historischen Tiefstand von 0,17 Euro. Eine kleine Gruppe von Anlegern gibt die Hoffnung dennoch nicht auf und hält an der Aktie fest.
Auch ITM Power, ein weiterer wichtiger Akteur in der Branche, treibt eine große Investitionsentscheidung für ein Projekt im industriellen Maßstab voran. Doch das Unternehmen steht unter ständigem Druck, neue Erfolge vorzuweisen, um den Aktienkurs zu stabilisieren. Gleichzeitig wächst im weiteren KI-Sektor die Skepsis, da Investoren befürchten, dass einige Unternehmen ihre Ziele überdehnen.
In den USA verlor Bloom Energy am Freitag 1,7 Prozent und schloss bei 154,51 US-Dollar – das Ende einer monatelangen Aufwärtsbewegung. Der Rückgang folgte auf Enttäuschung über weniger Abschlüsse als erwartet, obwohl das Unternehmen im vergangenen Jahr von Oracle einen bedeutenden Auftrag für Brennstoffzellen erhalten hatte.
Die Wasserstoffbranche steckt in einer Phase finanzieller Anspannung und operativer Hürden, während das Vertrauen der Anleger schwindet. Bielefelds Beharrlichkeit bei den Wasserstoff-Lkws steht im Kontrast zur wachsenden Skepsis gegenüber der Marktreife der Technologie. Die nächsten Schritte der Branche werden zeigen, ob es sich bei den aktuellen Schwierigkeiten um vorübergehende Anpassungsschmerzen handelt – oder um Anzeichen tieferliegender Probleme.