46 Jahre später: Touristin zahlt für mitgenommenen Hofbräuhaus-Krug
Touristin zahlt 46 Jahre später 20 Euro für mitgenommenen Hofbräuhaus-Krug
Eine Touristin, die 1976 im berühmten Münchner Hofbräuhaus einen Bierkrug als Souvenir mitgenommen hatte, hat nun – über vier Jahrzehnte später – 20 Euro als verspätete Bezahlung überwiesen. Die heute etwa 60-jährige Frau hatte den Krug damals als 18-Jährige nach einem Besuch in der traditionsreichen Gaststätte behalten. Erst kürzlich entschied sie sich, die alte Schuld zu begleichen.
Der Vorfall ereignete sich während eines lebhaften Abends im Jahr 1976. Die damals junge Reisende nahm den Krug entweder aus Versehen oder als Andenken mit. Obwohl sie ihn jahrzehntelang behielt, wollte sie schließlich sicherstellen, dass das Hofbräuhaus eine angemessene Entschädigung erhält.
Solche Fälle sind keine Seltenheit. Das Hofbräuhaus erhält etwa drei- bis viermal pro Jahr Briefe mit zurückgeschickten Krügen oder Nachzahlungen. In den letzten fünf Jahren handelte es sich dabei stets um freiwillige Erstattungen – es gab keinen einzigen bestätigten Diebstahl, und Beweise für ein Fehlverhalten lagen nie vor.
Die 20 Euro fließen jedoch nicht an das Hofbräuhaus selbst, sondern kommen dem Verein Bunte Münchner Kindl zugute, einer Hilfsorganisation für bedürftige Kinder in München. Wie viele Krüge jährlich verschwinden, erfasst die Gaststätte nicht. Ein vergleichbarer Krug ist derzeit für 19,95 Euro in ihrem Online-Shop erhältlich.
Auch dies ist nicht der erste Fall einer spät erfolgten Rückgabe: 2020 schickte eine Amerikanerin einen Krug zurück, den sie 55 Jahre zuvor aus dem Beer Hall am Platzl mitgenommen hatte.
Mit der Zahlung der Touristin findet eine jahrzehntealte Geschichte ein versöhnliches Ende. Ihr Beitrag kommt einem guten Zweck zugute, während das Hofbräuhaus auch künftig solche Vorfälle mit gelassener Großzügigkeit handhabt. Weitere Konsequenzen wird es nicht geben – und die beliebte Gaststätte bleibt ein Magnet für Besucher aus aller Welt.