27 March 2026, 18:17

Vom Schweizer TV-Clip zum globalen Meme: Der unendliche Streit um "Richi"

Schwarze und weiße Werbung für Friedrich Steinfels in Zürich mit Bildern von Gebäuden, Menschen und Text.

Vom Schweizer TV-Clip zum globalen Meme: Der unendliche Streit um "Richi"

Ein Jahrzehnte altes Schweizer TV-Clip löste ein globales Meme-Phänomen aus – und einen wachsenden Rechtsstreit

Der "Richi"-Meme, der einen Jungen zeigt, der von einem Bagger fällt, begleitet vom lauten Ausruf seines Vaters, wurde 2010 erstmals in der SRF-Sendung Auf und davon ausgestrahlt. Nun wehrt sich die Familie Schömbächler gegen die kommerzielle Verwendung ohne ihre Zustimmung.

Das Meme erlebte 2023 ein Comeback, als ein neues virales Video eines anderen Jungen namens Richi, der auf ein Spielzeug reagiert, im Netz die Runden machte. Bis Ende 2024 begannen Marken wie Playmobil und Pringles, die ursprüngliche Szene in Werbespots zu nutzen – bis 2026 entstanden weltweit über 500 lizenzierte Adaptionen.

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Die Originalaufnahme stammt aus einer Folge von Auf und davon aus dem Jahr 2010: Sie zeigt, wie der Sohn der Familie Schömbächler, Richi, von einem Bagger stürzt. Der erschrockene Ruf seines Vaters wurde zum Markenzeichen des Memes. Obwohl sich die Familie aus dem Rampenlicht hält, um ihre Privatsphäre zu schützen, wurde der Clip vielfach weiterverwendet.

2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng den Song Richi, in dem Hermann Schömbächlers Stimme und das Bagger-Geräusch gesampelt wurden. Der Track wurde populär, doch die Band kündigte später an, ihn ohne die Stimme des Vaters neu aufzunehmen. Unterdessen verkauft das Unternehmen Swissmeme weiterhin "Richi"-Merchandise wie Socken und Kinderbücher und verweist auf laufende Verhandlungen mit dem SRF über die Rechte.

Die Familie Schömbächler lehnt die kommerzielle Nutzung des Memes ab und argumentiert, dass dies ihre Persönlichkeitsrechte verletzt. Auf ihren Protest hin strich der Schweizer Eishockeyverband den Richi-Ruf als Torhymne. Zwar hält der SRF Teile der Rechte an den Aufnahmen, doch die Familie behält die Kontrolle über ihr Bild und ihre Stimmen.

Bis Anfang 2026 hatte sich das Meme auf Mode, Gaming und Getränke ausgeweitet, mit Adaptionen in Asien, Japan und Brasilien. Die rechtlichen Bedenken der Familie bleiben jedoch ungelöst, während die kommerzielle Verbreitung des Clips weiter zunimmt.

Aus einem lokalen Fernsehmoment ist der "Richi"-Meme zu einem weltweiten Marketinginstrument geworden. Trotz der Bemühungen der Familie Schömbächler, seine Nutzung einzuschränken, taucht der Clip weiterhin in Werbung, Merchandise und Unterhaltung auf. Die juristischen Diskussionen zwischen der Familie, dem SRF und den kommerziellen Nutzern dauern an – eine klare Lösung ist nicht in Sicht.

Quelle