Vom Kohlekraftwerk zum Digitalstandort: Frimmersdorfs radikaler Wandel beginnt

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Ein großer Schutthaufen inmitten einer Baustelle, umgeben von Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel, mit einer Abrissmaschine am unteren Bildrand.Admin User

Platz für das Neue: Kühlturm des Braunkohlekraftwerks explodiert - Vom Kohlekraftwerk zum Digitalstandort: Frimmersdorfs radikaler Wandel beginnt

Ein wichtiger Meilenstein bei der Umgestaltung des rheinischen Braunkohlereviers in Deutschland wurde in dieser Woche erreicht: Der 117 Meter hohe Kühlturm des Kraftwerks Frimmersdorf wurde durch eine kontrollierte Sprengung abgerissen. Das einstige Herzstück des größten europäischen Kraftwerks der 1960er-Jahre soll nun zu einem Digital- und Innovationsstandort werden.

Der abgerissene Turm gehörte zum Block Q, einer Anlage, die 2021 endgültig stillgelegt wurde. Einst nannten Anwohner den markanten Bau wegen seiner überwältigenden Präsenz schlicht "Die Quelle". Trotz des Abrisses bleiben Teile des Kraftwerks erhalten – darunter die 550 Meter lange Maschinenhalle, die heute als denkmalgeschütztes Industriedenkmal gilt.

Das gesamte 70 Hektar große Gelände wird zu einem Digital- und Innovationshub für Industrie, Handel und Dienstleistungen umgebaut. Zudem ist ein separater IT-Sicherheitscampus für die öffentliche Verwaltung geplant, ergänzt durch einen historischen Lehrpfad, der die Braunkohle-Vergangenheit der Region dokumentiert. Im zentralen Kraftwerksgebäude entsteht ein Rechenzentrum für die IT.NRW, die IT-Behörde des Landes.

Bisher wurden keine weiteren gewerblichen oder industriellen Projekte bestätigt. Der nördliche Bereich mit den Blöcken P und Q soll bis Mitte 2028 vollständig abgerissen werden. Während der Sprengung waren vorübergehend Straßen und ein Abschnitt der Erft gesperrt, doch Anwohner meldeten keine Beeinträchtigungen – dank der abgelegenen Lage des Geländes.

Der Abriss markiert das Ende einer Ära für Frimmersdorf, das einst Symbol für Deutschlands kohlebetriebene Vergangenheit stand. Die Zukunft des Standorts liegt nun in digitaler Infrastruktur und Bildung. Die ersten Projekte sollen in den kommenden Jahren Gestalt annehmen. Über den Innovationshub und den IT-Sicherheitscampus hinaus wurden bisher keine weiteren Vorhaben bekannt gegeben.