Vom Antisemitismus-Vorwurf zum Sympathieträger: Markus W. kämpft sich zurück

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Eine alte Werbung für ein deutsches Hotel, das ein zweistöckiges Gebäude mit rotem Dach, weißen Wänden und einem großen Fenster im zweiten Stock zeigt, mit fetter Schrift und einem dekorativen Rahmen.Admin User

Hotelangestellter Markus W. bekommt Spenden für seine Leiden - Vom Antisemitismus-Vorwurf zum Sympathieträger: Markus W. kämpft sich zurück

2021 wurde Markus W. nach Vorwürfen des Musikers Gil Ofarim, dieser habe ihn in einem Leipziger Hotel diskriminiert, öffentlich als Antisemit gebrandmarkt. Drei Jahre später hat sich die Lage gedreht: Gerichte sprachen Markus W. von allen Vorwürfen frei, und Ofarim selbst entschuldigte sich. Der Fall, der bundesweit für Debatten sorgte, zeigt nun den ehemaligen Hotelmitarbeiter als öffentlich unterstützte Person – durch Spenden und rechtliche Rehabilitierung.

Der Streit begann, als Ofarim behauptete, Markus W., ein Nachtportier im Westin Hotel, habe ihn aufgefordert, seinen Davidstern vor dem Check-in zu verstecken. Die Anschuldigung verbreitete sich rasant in den sozialen Medien und schädigte den Ruf des Angestellten schwer. Doch die Staatsanwaltschaft fand später keine Beweise für Ofarims Darstellung. Aussagen von Zeugen, Videoaufnahmen und forensische Analysen widersprachen seinen Behauptungen.

Bis November 2023 urteilte ein Gericht zugunsten von Markus W. und verurteilte Ofarim wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro. Ofarim löschte sein ursprüngliches Video und veröffentlichte eine öffentliche Entschuldigung. Dennoch hat er die im außergerichtlichen Vergleich vereinbarten 20.000 Euro Schadensersatz bis heute nicht gezahlt.

Erst kürzlich äußerte sich Markus W. offen über das durchlittene Martyrium – besonders nach Ofarims Sieg bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! Anfang 2024. Der Sänger soll durch die Show rund 400.000 Euro verdient haben, darunter 100.000 Euro Siegprämie. Unterdessen sammelte eine Social-Media-Kampagne Spenden für Markus W., der Teile der Gelder an HateAid, eine Organisation gegen Hass im Netz, sowie an den Leipziger Verein Minilöwen, der kranken Neugeborenen und ihren Familien hilft, spenden möchte. Ein weiterer Teil soll ihm ermöglichen, Zeit mit der eigenen Familie zu verbringen.

Die öffentliche Sympathie für Markus W. wächst, viele sehen ihn mittlerweile als das eigentliche Opfer. Sein juristischer Erfolg und die finanzielle Unterstützung spiegeln einen Wandel in der Wahrnehmung wider – doch der Fall wirft weiterhin Fragen über falsche Anschuldigungen und deren Folgen auf.

Obwohl das Gerichtsurteil und Ofarims Entschuldigung Markus W. rechtlich rehabilitiert haben, steht die vereinbarte Entschädigungssumme noch aus. Mit den eingehenden Spenden möchte er nun Projekte unterstützen, die ihm am Herzen liegen, und gleichzeitig einen Schlussstrich ziehen. Der Fall steht exemplarisch dafür, wie schnell ein Ruf zerstört werden kann – und dass eine Wiederherstellung in manchen Fällen zwar möglich, aber ein langer Weg ist.

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