Ruhrfestspiele eröffnen mit dramatischem iranischem Theater – doch kommt das Ensemble an?

Paul Maier
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Ein detaillierter Plan des Persischen Reichs mit Provinzen und Städten, primarily in shades of blue, green, and yellow, with text in bold font at the bottom.Paul Maier

Ruhr Festival beginnt mit iranischem Drama auf Persisch - Ruhrfestspiele eröffnen mit dramatischem iranischem Theater – doch kommt das Ensemble an?

Die diesjährigen Ruhrfestspiele eröffnen mit einem kraftvollen Drama aus dem Iran – vollständig auf Persisch aufgeführt. Das Festival, das vom 1. Mai bis zum 13. Juni stattfindet, steht unter dem Motto "Schock und Staunen" und präsentiert mehrere Uraufführungen. Die Veranstalter sehen sich jedoch mit enormen Herausforderungen konfrontiert, allein um das Ensemble nach Deutschland zu bringen – angesichts des anhaltenden Konflikts in dessen Heimatland, Iran.

Die Eröffnungsproduktion "Das Kind" erzählt die Geschichte von drei Frauen und einem Kind, die an einer europäischen Grenze gestrandet sind. Das Stück des iranischen Bühnenautors Naghmeh Samini wird mit deutschen und englischen Untertiteln gezeigt. Festivalleiter Olaf Kröck hat eng mit der Theatergruppe und dem Auswärtigen Amt zusammengearbeitet, um die Einreise zu ermöglichen – doch falls die Künstler:innen nicht anreisen können, ist keine Ersatzaufführung geplant.

Seit 2022 hat sich das politische Klima im Iran für Künstler:innen zunehmend feindselig entwickelt. Nach den Mahsa-Amini-Protesten verschärfte sich die Repression, und nach dem Tod von Ajatollah Chamenei im Februar 2026 stürzte das Land in den Krieg. Gesperrter Luftraum, gestrichene Flüge und Bombenangriffe machen internationale Reisen für Ensembles wie das von Fatemeh Motamed-Arya nahezu unmöglich. Zensur und Sicherheitsmaßnahmen prägen inzwischen den Alltag.

Da die Hauptspielstätte des Festivals saniert wird, finden alle Vorstellungen in einem provisorischen Zelt mit fast 500 Plätzen statt. Am 3. Mai wird die renommierte Autorin Ursula Krechel, Trägerin des Büchner-Preises, die Eröffnungsrede im Festzelt halten.

Der Festivalstart unterstreicht sowohl den künstlerischen Anspruch als auch die logistischen Hürden. Gelingt die Aufführung, bietet "Das Kind" europäischen Zuschauer:innen eine seltene Gelegenheit, zeitgenössisches iranisches Theater zu erleben. Ob das Ensemble jedoch anreist, bleibt angesichts des anhaltenden Konflikts im Iran ungewiss.