20 April 2026, 12:16

Medienkonzentration in Deutschland: Große Verlage übernehmen lokale Zeitungen in Rekordtempo

Schwarze Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Überschrift "Weitpreubliche Zeitung", die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht zeigt.

Medienkonzentration in Deutschland: Große Verlage übernehmen lokale Zeitungen in Rekordtempo

Fusionen prägen die deutsche Zeitungsbranche: Große Verlage bauen ihre Marktmacht aus

Die deutsche Zeitungslandschaft erlebt eine weitere Konsolidierungswelle, da große Verlagshäuser ihre Reichweite ausbauen. Ende Februar übernahm die DuMont-Gruppe die Kölnische Rundschau vom Heinen Verlag. Nur wenige Wochen später kündigte die Rheinische Post an, mehrere westfälische Titel sowie deren digitale Plattformen zu übernehmen.

Anfang März gab die Rheinische Post ihre Übernahmepläne bekannt. Sobald der Deal abgeschlossen ist, wird sie zur auflagenstärksten Tageszeitungsgruppe in Nordrhein-Westfalen aufsteigen. Dies folgt auf die bereits Ende Februar vollzogene Übernahme der Kölnische Rundschau durch DuMont.

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Die kartellrechtliche Prüfung solcher Fusionen bleibt jedoch begrenzt. Das Bundeskartellamt bewertet lediglich die Auswirkungen auf Leserzahlen und Werbemärkte. Eine Beurteilung, wie sich solche Deals auf die journalistische Vielfalt oder das Meinungsspektrum für Leser auswirken, ist gesetzlich nicht vorgesehen.

Die Entwicklung spiegelt einen branchenweiten Trend wider: Immer mehr unabhängige Kleinverlage werden von großen Medienkonzernen übernommen. Diese Konzentration verringert die Zahl eigenständiger Nachrichtenanbieter in zentralen Regionen.

Nach der Übernahme wird die Rheinische Post die Tageszeitungsauflagen in Nordrhein-Westfalen dominieren. Die Aufsichtsbehörden konzentrieren sich dabei allein auf den Wettbewerb – nicht auf die inhaltliche Vielfalt. Die Transaktion setzt damit die zunehmende Medienkonzentration unter weniger, aber mächtigeren Unternehmen fort.

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