Mainzer Fastnachtsrevue bricht mit Tradition – erste Protokollchefin setzt neue Akzente

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Ein Plakat, das ein Festival in München ankündigt und ein Gemälde einer Frau mit menschlichem Gesicht zeigt, umgeben von anderen Menschen und Bäumen mit Text darauf.Admin User

Frauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainzer Fastnachtsrevue bricht mit Tradition – erste Protokollchefin setzt neue Akzente

Die Mainzer Fastnachtsrevue "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" hat 2026 mit der Ernennung ihrer ersten Protokollchefin in fast 200 Jahren Geschichte Traditionen gebrochen. Christina Grom stand im Mittelpunkt der Veranstaltung und setzte mit scharfen, satirischen Spitzen gegen Politiker aus dem In- und Ausland Akzente. Gleichzeitig markierte die Show die Rückkehr des Moderators Andreas Schmitt nach einer gesundheitsbedingten Pause im Jahr 2025.

Groms Auftritt enthielt mutige Seitenhiebe gegen Bundeskanzler Friedrich Merz, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Besonders diskutiert wurde ihre Bemerkung, der Himmel solle Trumps "aufgeblähtem Ego" mit der Gutenberg-Bibel "einen ordentlichen Dämpfer verpassen". Ihr Programm spiegelte einen Wandel im Stil der Revue wider: Weg von der derben Persönlichkeitssatire vergangener Jahrzehnte, hin zu aktueller, gesellschaftskritischer und bewussterer Komik.

Andreas Schmitt feierte unterdessen ein triumphales Comeback nach seinem Ausfall 2025. Als Gastgeber führte er durch die Show und schloss sie in seiner Rolle als "Hoher Altardiener" des Mainzer Doms ab. In seinem Segment wünschte er einem fiktiven Papst Leo XIV. alles Gute – mit dem Scherz, dass vielleicht eines Tages eine Papst Ulrike den Segen Urbi et Orbi erteilen werde.

Auch Jürgen Wiesmann war in seiner 25. Auflage als Ernst Lustig zu erleben, eine langjährige Karnevalsikone. Während frühere Ausgaben der Mainzer Faschingsrevue (etwa in den 1970er bis 2000er Jahren) Figuren wie Helmut Kohl oder Gerhard Schröder mit überzogenen persönlichen Angriffen bedachten, hat sich der Ton in den letzten Jahren gewandelt. Die Ausgabe 2026 verband Meme-Kultur, gendersensible Sprache sowie Kritik an Klimapolitik und Migration – ein Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen in der politischen Satire.

Mit Grom an der Spitze und einem moderneren satirischen Ansatz schrieb die Revue 2026 Geschichte. Schmitts Rückkehr und Wiesmanns Jubiläumsauftritt unterstrichen die Bedeutung der Veranstaltung. Der sich wandelnde Stil der Show zeigt, wie sich Haltung zu Politik, Humor und digitaler Kultur verändern.