Kölner Silvesterangriffe 2015: Wie sie Deutschland veränderten und ein Gesetz prägten
Kölner Silvesterangriffe 2015: Wie sie Deutschland veränderten und ein Gesetz prägten
Zehn Jahre sind seit den Kölner Silvesterangriffen von 2015 vergangen. Die Vorfälle erschütterten Deutschland, als über 1.300 Menschen – überwiegend Frauen – sexuelle Übergriffe, Vergewaltigungen und Diebstähle während der Feierlichkeiten in der Nähe des Hauptbahnhofs meldeten.
An den Angriffen waren Gruppen von Männern beteiligt, darunter auch Migranten aus verschiedenen Ländern. Obwohl die Verbrechen landesweite Empörung auslösten, betonten Expert:innen, dass Gewalt gegen Frauen nicht an die Nationalität gebunden ist. Die Ereignisse lösten hitzige Debatten über das Verhalten von männlichen Migranten, feministische Fortschritte und den Umgang Deutschlands mit Migration aus.
Als Reaktion beschleunigte die Bundesregierung 2016 das "Nein-heißt-Nein"-Gesetz. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hatte bereits Anfang 2015 eine Reformkommission eingesetzt, doch die Kölner Vorfälle gaben dem Gesetzesvorhaben entscheidenden Schwung. Frauenrechtsorganisationen und Opferhilfeeinrichtungen spielten eine zentrale Rolle bei der Ausgestaltung des Gesetzes. Zwar bleibt der Nachweis einer expliziten Verweigerung schwierig, doch das Gesetz unterstrich, dass sexuelle Handlungen ohne eindeutige Zustimmung strafbar sind.
Die Folgen der Angriffe veränderten Deutschlands Migrationspolitik. Eine einst offene Willkommenskultur wich einer vorsichtigeren Haltung mit strengeren Grenzkontrollen und mehr Abschiebungen. Feministische Aktivist:innen forderten weiterhin ein "Nur-Ja-heißt-Ja"-Gesetz, doch diese Forderung wurde bisher nicht umgesetzt.
Die Angriffe von 2015 hinterließen tiefe Spuren in der deutschen Gesellschaft. Das "Nein-heißt-Nein"-Gesetz wurde zu einem juristischen Meilenstein, auch wenn die Umsetzung weiterhin Herausforderungen birgt. Gleichzeitig prägen die Debatten über Migration, geschlechtsspezifische Gewalt und Einverständnis bis heute die politische Agenda.
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