Wohneigentum in Deutschland wird durch neue Steuern immer unattraktiver – doch warum?
Tim WeberWohneigentum in Deutschland wird durch neue Steuern immer unattraktiver – doch warum?
Wohneigentum in Deutschland wird durch steigende Steuern und Zusatzkosten immer teurer – nun schlägt Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), sogar noch höhere Abgaben auf Immobilien vor. Zu seinen Vorschlägen gehört eine Besteuerung von Bodenwertgewinnen, selbst wenn diese lediglich die Inflation widerspiegeln und keinen realen Gewinn darstellen.
Deutsche Immobilienkäufer sehen sich bereits heute mit hohen Nebenkosten konfrontiert, die weit über den reinen Kaufpreis hinausgehen. Maklerprovisionen, Notargebühren und Grunderwerbsteuern treiben die Gesamtkosten um tausende Euro in die Höhe. Die Grunderwerbsteuer allein ist in einigen Bundesländern von zwei auf bis zu 6,5 Prozent gestiegen. Strenge Bauvorschriften lassen zudem die Baukosten steigen und machen Neubauten noch teurer.
Eine Steuerreform, die 2025 in Kraft trat, ersetzte veraltete Festwerte durch eine Bewertung auf Basis des tatsächlichen Boden- und Gebäudewerts. Während einige Eigentümer dadurch weniger zahlen, steigt für viele die Belastung deutlich. Die durchschnittliche Steuerlast hat sich mehr als verdoppelt, wobei die Kommunen unterschiedliche Hebesätze festlegen. Die Stadt Hamm etwa setzte für 2026 einen einheitlichen Satz von 834 Prozent an, während die Gemeinde Mittenaar die Wohnsteuer von 250 auf 320 Prozent erhöhte, um keine Landesmittel zu verlieren.
Hypotheken sind in Deutschland im internationalen Vergleich weniger erschwinglich, während Mieten stark subventioniert werden – was den Kauf einer Immobilie noch unattraktiver macht. Über die Laufzeit können die Zinszahlungen die Gesamtbelastung auf das Eineinhalbfache des ursprünglichen Kaufpreises treiben.
Politiker betrachten Immobilien zunehmend als wichtige Einnahmequelle. Eigentümer müssen nicht nur höhere Steuern zahlen, sondern auch verpflichtende Investitionen tätigen, was die finanzielle Belastung weiter verschärft.
Die Kombination aus Steuerreformen, steigenden Grunderwerbskosten und strengeren Vorschriften hat den Immobilienerwerb in Deutschland deutlich verteuert. Mit weiteren geplanten Steuererhöhungen dürfte der Druck auf Eigentümer und Käufer weiter wachsen. Da die Steuersätze lokal unterschiedlich ausfallen, variiert die Belastung – doch der Trend zu höheren Kosten wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen.






