30 March 2026, 22:17

Weidemilch-Label: Warum artgerechte Haltung oft nur ein Versprechen bleibt

Eine Herde Kühe, die auf einer Wiese neben einem Bauernhof grasen, mit einem Wagen, einem Zaun, Bäumen, Hügeln und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Weidemilch-Label: Warum artgerechte Haltung oft nur ein Versprechen bleibt

Weidemilch – nicht immer artgerecht: Was das Label wirklich bedeutet

Deutsche Verbraucher:innen, die nach Weidemilch greifen, verbinden damit oft bessere Tierhaltung. Doch der Begriff selbst ist rechtlich nicht geschützt – und sorgt so für Verwirrung. Je nach Label und Bedingungen können die Haltungsformen stark variieren, was es schwer macht, genau zu wissen, wie die Kühe tatsächlich leben.

Das Siegel Weidemilch garantiert lediglich, dass die Tiere mindestens 120 Tage im Jahr auf der Weide verbringen. Den Rest des Jahres dürfen sie im Stall gehalten werden, was ihre Bewegungsfreiheit einschränken kann. Um diese Mindestweidezeit nachzuweisen, muss die Verpackung sowohl das Logo mit der Ziffer 3 als auch den Begriff Weidemilch tragen.

Haltungsform-Label mit den Stufen 3, 4 oder 5 verbieten zwar die Anbindung – Kühe dürfen also nicht dauerhaft angebunden werden. Doch allein die 3 sagt nichts über Weidegang aus; nur in Kombination mit Weidemilch ist dieser gesichert. Andere Kennzeichnungen wie Pro Weideland, "Für mehr Tierschutz" (Premium-Stufe) oder Bio-Siegel schließen die Anbindung ebenfalls komplett aus.

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Trotz dieser Regeln geht keine Zertifizierung in Deutschland über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus, um zu garantieren, dass Kühe durchgehend artgerecht und ohne Anbindung gehalten werden. Ohne externe Kontrollen oder strengere Kriterien können manche Weidemilch-Produkte die Erwartungen der Verbraucher:innen an Tierwohl also enttäuschen.

Wer mehr über die Standards von Weidemilch erfahren möchte, findet Details unter www.verbraucherzentrale.nrw/node/35574. Nicht alle Weidemilch-Produkte halten dasselbe Tierwohl-Niveau ein – ein genauer Blick auf die Label bleibt daher entscheidend. Da der Begriff rechtlich nicht geschützt ist, müssen Kund:innen sich auf konkrete Kennzeichnungen verlassen, um zu verstehen, wie die Kühe gehalten werden.

Quelle