25 June 2026, 14:15

Streit um kürzere Einbürgerungsfrist spaltet Koalition und Opposition

SPD: "Konzentrieren wir uns auf Argumente, nicht auf Ressentiments zu schüren"

Streit um kürzere Einbürgerungsfrist spaltet Koalition und Opposition

Ein Vorschlag, die Mindestaufenthaltsdauer für die deutsche Staatsbürgerschaft von acht auf fünf Jahre zu verkürzen, hat eine politische Kontroverse ausgelöst. Die Unionsparteien und die FDP lehnen die Idee vehement ab, während die SPD die Reform als dringend notwendig verteidigt. Die Spannungen zwischen den Koalitionspartnern und der Opposition haben sich dadurch weiter verschärft.

Die Debatte entbrannte, nachdem der Vorschlag zur Verkürzung der Einbürgerungsfrist bekannt wurde. CDU-Chef Friedrich Merz und CSU-Vorsitzender Markus Söder positionierten sich umgehend dagegen. Kritiker werfen den beiden vor, eine veraltete Haltung zu vertreten, die an die Politik der 1990er-Jahre erinnere. Sabine Vischer-Kippenhahn, Co-Vorsitzende der Solinger SPD, zog eine direkte Parallele zu den früheren Kampagnen Roland Kochs gegen die doppelte Staatsbürgerschaft.

Besonders beunruhigt zeigt sich die SPD über den Kurswechsel der FDP. Die Sozialdemokraten werfen den Liberalen vor, mit ihrer Annäherung an Wähler am rechten Rand ihre eigenen liberaleren Wurzeln zu verraten. Zudem betont die SPD, dass die deutsche Regelung von acht Jahren im internationalen Vergleich ungewöhnlich lang sei – in vielen auf Zuwanderung angewiesenen Ländern gelte eine Frist von fünf Jahren als Standard.

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Gegner der Reform, darunter die Unionsparteien, bezeichnen die geplante Neuregelung als „Ausverkauf der deutschen Staatsbürgerschaft“. Die SPD entgegnet, dass die Beibehaltung der aktuellen Praxis sowohl langjährige Einwohner, die sich als Deutsche fühlen, als auch dringend benötigte Fachkräfte ausschließe. Als zentrales Argument für die Änderung verweist die Partei auf den akuten Arbeitskräftemangel in nahezu allen Branchen.

Im Kern geht es in dem Streit um die Abwägung zwischen Integrations- und Wirtschaftserfordernissen auf der einen und politischen Traditionen auf der anderen Seite. Die SPD besteht darauf, dass die Reform demografische Herausforderungen und den Fachkräftemangel angehe. Die Union und die FDP bleiben hingegen unnachgiebig in ihrer Ablehnung und warnen vor einer „Verwässerung der Staatsbürgerschaftsstandards“.

Quelle