05 June 2026, 14:45

Solinger Stadtrat hinterfragt Mietspiegel-Entwurf: Wo bleiben Fairness und Transparenz?

SPD: Anfrage des Stadtratsmitglieds Markus Preuss zum aktuellen Mietindex in Klingenstadt

Solinger Stadtrat hinterfragt Mietspiegel-Entwurf: Wo bleiben Fairness und Transparenz?

Markus Preuss, ein fraktionsloser SPD-Stadtrat, hat Bedenken gegen den Entwurf des qualifizierten Mietspiegels für Solingen geäußert. Auf der Ratssitzung am 9. November reichte er eine offizielle Anfrage ein, in der er mehrere Aspekte des vorgeschlagenen Systems hinterfragt.

Seine Fragen konzentrieren sich darauf, wie die Mieten berechnet werden, wie Lärmbelastung und Grünflächen berücksichtigt werden und welche wissenschaftlichen Grundlagen dem Mietspiegel zugrunde liegen. Preuss kritisierte insbesondere die Behandlung von unter Marktpreis liegenden Mieten für Sozialleistungsempfänger. Er fragte, ob diese günstigeren Mieten in die Datenerhebung einbezogen wurden und welche wissenschaftlichen Belege die angewandte Methodik stützen.

Zudem hinterfragte er die Regeln für Modernisierungszuschläge. Vermieter, die Dämmmaßnahmen nach den aktuellen EnEV-Standards durchführen, könnten mit unklaren Berechnungsgrundlagen konfrontiert sein. Preuss forderte Aufklärung darüber, wie diese Kosten angerechnet werden sollen.

Der Entwurf des Mietspiegels führt zwar Lärmbelastungen für bestimmte Adressen auf – etwa für die Beethovenstraße 129 –, sieht jedoch keinen Abschlag von 0,26 Euro pro Quadratmeter für betroffene Wohnungen vor. Preuss verlangte Auskunft darüber, wie die Lärmwerte ermittelt wurden und ob die Bewertungen auf subjektiven Einschätzungen der Kommission beruhen.

Ein weiteres Problem betrifft Einbauküchen, die der Mietspiegel trotz ihres finanziellen Werts nicht als teilmöbliert einstuft. Preuss wies außerdem darauf hin, dass das System Wohnungen unterschiedlicher Größe vergleicht, ohne die Anzahl der Bewohner zu berücksichtigen. Diese Lücke führt zu einem Aufschlag von 1,23 Euro pro Quadratmeter für kleine, von mehreren Personen bewohnte Wohnungen.

Eigentümer von Immobilien in der Nähe von Grünflächen, Wäldern oder Feldern – wie etwa in der Sandstraße 33 – erhalten keinen Zuschlag von 0,50 Euro in der Kategorie G. Preuss erkundigte sich nach der genauen Entfernung, die für eine Einstufung erforderlich ist, und den zugrunde liegenden Kriterien.

Abschließend fragte er, ob die Stadt plant, ihre Richtlinien für Vermieter, die sich am qualifizierten Mietspiegel orientieren, zu aktualisieren. Zudem bat er um Klarheit über mögliche zusätzliche Kosten, die mit diesen Anpassungen verbunden sind.

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Die Anfrage deckt potenzielle Schwächen des Mietspiegels in puncto Fairness und Transparenz auf. Preuss’ Fragen betreffen Lärmbewertungen, Grünflächenzuschläge und die Behandlung modernisierter Wohnungen. Der Stadtrat muss diese Bedenken nun klären, bevor der Entwurf verabschiedet wird.

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