Solingen fordert Reformen: Warum der Rettungsdienst vor dem Kollaps steht
Sebastian SchulteSolingen fordert Reformen: Warum der Rettungsdienst vor dem Kollaps steht
Die Stadt Solingen hat sich zu den wachsenden Sorgen über steigende Kosten im Rettungsdienst und die Finanzierung der modernen Notfallmedizin geäußert. Die Verantwortlichen betonen, dass das aktuelle System den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werde, und warnen davor, die Schuld einseitig den Kommunen zuzuschieben.
Solingen stellt klar, dass die Standards im Rettungsdienst den gesetzlich vorgegebenen Versorgungsplänen für Nordrhein-Westfalen entsprechen. Die Stadt weist Vorwürfe zurück, wonach die Gemeinden durch eine Ausweitung der Leistungen für die Kostensteigerungen verantwortlich seien. Stattdessen sieht sie die veralteten Finanzierungsmodelle als Kernproblem.
Die Stadt begrüßt zwar geplante Reformen auf Bundesebene, besteht jedoch darauf, dass alle Einsätze des Rettungsdienstes vollumfänglich erstattet werden müssen. Zudem betont sie die Notwendigkeit, zwischen Patiententransporten und sogenannten „Fehleinsätzen“ zu unterscheiden – also Fällen, in denen Rettungskräfte zwar medizinische Hilfe leisten, aber keine Krankenhausaufnahme erfolgt. Für das Jahr 2026 wurde zwischen den kommunalen Spitzenverbänden und den Krankenkassen eine vorübergehende Übergangsregelung vereinbart, die jedoch keine dauerhafte Lösung darstellt.
Solingen setzt sich dafür ein, seinen Bürgerinnen und Bürgern weiterhin eine schnelle und hochwertige notärztliche Versorgung zu garantieren. Dabei gilt es, Verantwortung, Qualitätsstandards und Finanzierung in Einklang zu bringen. Die Stadt warnt davor, die geplante Phase der Qualitätssicherung als Sparmaßnahme zu missverstehen, und fordert einen fairen und nachhaltigen Ansatz bei der Finanzierung des Rettungsdienstes.
