Seniorenrat warnt vor ÖPNV-Preisexplosion und digitaler Ausgrenzung älterer Fahrgäste
Paul MaierSeniorenrat warnt vor ÖPNV-Preisexplosion und digitaler Ausgrenzung älterer Fahrgäste
Der Seniorenrat hat schwere Bedenken wegen der steigenden Preise im öffentlichen Nahverkehr geäußert – insbesondere bei Fahrten, die Grenzen kommunaler Gebietskörperschaften überschreiten. In einer aktuellen Stellungnahme warnte die Organisation, dass diese Erhöhungen ältere Bürger zusätzlich belasten könnten, die ohnehin schon mit explodierenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben.
Die Kritik des Rates folgt auf einen Beschluss von November 2025, in dem faire und transparente Preise im ÖPNV gefordert wurden. Nun argumentiert die Gruppe, dass die jüngsten Tariferhöhungen Senioren besonders hart treffen würden – viele von ihnen kommen bereits mit den gestiegenen Alltagskosten kaum zurecht.
Ein weiteres großes Problem stellen laut dem Seniorenrat rein digitale Ticket-Systeme dar. Ältere Fahrgäste sind oft auf herkömmliche Methoden wie Fahrkartenautomaten, Schalterverkauf oder Papiertickets angewiesen. Ein erzwungener Umstieg auf digitale Lösungen könnte viele davon abschneiden, lebenswichtige Dienstleistungen zu nutzen.
Der Rat hat die Verantwortlichen des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) und dessen Tarifpartner direkt aufgefordert, die geplanten Preiserhöhungen zu stoppen oder zumindest zu überdenken. Zudem betonte die Organisation, dass das Überschreiten einer Gebietsgrenze nicht mit höheren Kosten verbunden sein dürfe – dies würde diejenigen unrechtmäßig bestrafen, die regelmäßig auf den Nahverkehr angewiesen sind.
In der Erklärung machte der Rat deutlich, dass die voranschreitende Digitalisierung keine benachteiligten Gruppen ausschließen dürfe. Ohne Alternativen zur Online-Buchung drohe vielen Senioren der faktische Ausschluss vom öffentlichen Verkehr.
Der Appell des Seniorenrats unterstreicht zwei drängende Forderungen: bezahlbare Tarife und den Erhalt nicht-digitaler Ticketoptionen. Ohne Kurskorrektur könnten ältere Menschen zunehmend Schwierigkeiten haben, mobil zu bleiben – was ihre Haushaltsbudgets und Selbstständigkeit weiter unter Druck setzt.






