RWE plant Flutung des Hambacher Lochs – doch Genehmigungen und Kritik bleiben
Nico PetersRWE plant Flutung des Hambacher Lochs – doch Genehmigungen und Kritik bleiben
RWE hat seine Pläne vorangetrieben, das Braunkohletagebaugebiet Hambach mit Rheinwasser zu fluten, und wichtige Genehmigungen für die Wasserentnahme sowie den Bau einer Pipeline erhalten. Allerdings steht noch eine entscheidende Zulassung für die Einleitung des Wassers in den Tagebau aus. Das Vorhaben, zu dem auch eine 45 Kilometer lange Pipeline gehört, löst bei lokalen Behörden und Umweltschutzgruppen sowohl Hoffnung als auch Bedenken aus.
Das Unternehmen plant, ehemalige Kohleabbaugebiete in Seen umzuwandeln, wobei die Flutung ab 2030 beginnen soll. Den Anfang macht der Tagebau Hambach, gefolgt von Garzweiler und Inden im Jahr 2036. Die Befüllung dieser Seen wird voraussichtlich 40 Jahre dauern, und selbst danach wird ein kontinuierlicher Zufluss von Rheinwasser nötig sein, um den Wasserstand stabil zu halten.
Die Pipeline selbst wird sich über 45 Kilometer erstrecken und aus 10.000 Rohren bestehen – einige mit einem Durchmesser von bis zu 2,2 Metern. RWE-Vorstandsmitglied Lars Kulik bezeichnete das Projekt als Symbol für "Verlässlichkeit und Zukunftschancen" und betonte mögliche Vorteile wie neue Seen, erhaltene Feuchtgebiete sowie Impulse für Tourismus und Beschäftigung. Auch Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller zeigt sich optimistisch und erwartet, dass der künftige See die Stadt als "Elsdorfer See" bekannt machen wird.
Doch nicht alle teilen diese Zuversicht. Umweltverbände wie der BUND und "Alle Dörfer bleiben" äußern Zweifel an der Wasserqualität und möglichen Kontaminationsrisiken. Andreas Büttgen von der Initiative "Bürirer für Bürir" warnte, RWE könnte sich mit seiner Strategie vollständig aus dem Prozess zurückziehen. Er fordert strengere Kontrollen, bessere Wasseraufbereitung und mehr öffentliche Beteiligung, bevor Rheinwasser in die Tagebaue umgeleitet wird.
Die behördlichen Schritte sind noch nicht abgeschlossen. Zwar erteilte die Bezirksregierung Arnsberg im Januar 2026 die Baugenehmigung für die Pipeline, doch die wasserrechtliche Erlaubnis für die Einleitung steht noch aus. Mit dem Beginn des Verfahrens wird im September gerechnet. Gleichzeitig sorgt Microsofts neues Hyperscale-Rechenzentrum in der Region für zusätzliche Sorgen, da dessen hoher Wasserbedarf für die Kühlung Fragen zur langfristigen Wasserverfügbarkeit aufwirft.
Die Umwandlung des Tagebaus Hambach in einen See hängt von den finalen Genehmigungen und einer fortlaufenden Prüfung ab. Bei Erfolg könnte das Projekt die Landschaft und Wirtschaft der Region nachhaltig verändern. Doch Wasserqualität, regulatorische Hürden und konkurrierende Ansprüche – etwa durch industrielle Großprojekte wie das Microsoft-Rechenzentrum – werden die Zukunft des Vorhabens maßgeblich beeinflussen.






