Panne bei Atommüll-Transport: Geheimroute kurz öffentlich einsehbar
Sebastian SchultePanne bei Atommüll-Transport: Geheimroute kurz öffentlich einsehbar
Eine gesperrte Route für einen bevorstehenden Transport von Atommüll in Deutschland war versehentlich kurzzeitig öffentlich einsehbar. Die Details tauchten auf einer Regierungsplattform für Luftfahrt auf, bevor sie wieder entfernt wurden. Bei der Lieferung handelt es sich um Brennstäbe aus einem stillgelegten Forschungsreaktor, die in ein Zwischenlager nach Ahaus gebracht werden sollen.
Die unfreiwillige Veröffentlichung erfolgte auf der Digitalen Plattform für unbemannte Luftfahrt (Dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums. Von Mittwochabend bis Donnerstag waren dort eine PDF-Datei und Grafiken abrufbar, die die genauen Autobahnen für den Castor-Transport von Jülich nach Ahaus zeigten. Später wurde die Strecke durch eine vage kreisförmige Zone ersetzt, und die ursprüngliche Datei wurde gelöscht.
Die aktualisierte Meldung auf Dipul.de verweist nun auf einen "Polizeieinsatz in der Nähe von Ahaus" und weist eine Drohnenflugverbotszone für den Zeitraum vom 20. bis 27. März 2026 aus. Weitere Sicherheitsmaßnahmen wurden vom Verkehrsministerium nicht öffentlich bestätigt; auf Nachfragen zur Panne reagierte die Behörde nicht. Offiziell gelten Castor-Transportrouten als geheimhaltungsbedürftig.
Solche Transporte ziehen regelmäßig Proteste auf sich und gelten als mögliche Terrorziele. Beim nächsten Transport sollen Brennstäbe aus einem stillgelegten Forschungsreaktor ins Zwischenlager Ahaus gebracht werden.
Die kurzzeitige öffentliche Einsehbarkeit der Route wirft Fragen zu den Sicherheitsprotokollen auf. Das Verkehrsministerium hat keine zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen für die anstehende Lieferung angekündigt. Die Flugverbotszone bleibt bestehen, doch weitere Details zu Schutzvorkehrungen sind weiterhin unklar.






