24 March 2026, 14:18

Russland verbietet umstrittenes Nurejew-Ballett wegen "LGBT-Propaganda"

Vier junge Balletttänzerinnen in weißen Kleidern tanzen auf einer Bühne mit einer gemalten Kulisse aus Bäumen und Himmel, in Schwarz-Weiß.

Russland verbietet umstrittenes Nurejew-Ballett wegen "LGBT-Propaganda"

Ein umstrittenes Ballett über Rudolf Nurejew wurde in Russland verboten. Die Entscheidung fiel 2023, wobei Beamte die Darstellung von "Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen" als Begründung angaben. Die Produktion, die ursprünglich 2017 am Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführt wurde, beleuchtet das turbulente Leben und das künstlerische Erbe des legendären Tänzers.

Das Ballett Nurejew wurde vom Choreografen Juri Possochow und dem Regisseur Kirill Serebrennikow geschaffen. Seine Premiere feierte es 1995 am Staatsballett Berlin, bevor es 2017 ans Bolschoi kam. Serebrennikow verpasste jedoch die russische Erstaufführung wegen rechtlicher Probleme – später wurde er wegen Veruntreuung verurteilt.

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Die Bühnenbildgestaltung spiegelt Nurejews vielschichtige Welt wider: mit männlichen Akten alter Meister, Thonet-Stühlen, Sofas von Maria Callas und Anspielungen auf seine italienische Insel. Der erste Akt zeichnet seinen Werdegang nach – vom Training unter Alexander Puschkin bis zu seiner dramatischen Flucht nach Frankreich. Kritiker merkten an, dass der zweite Akt zwar nicht dieselbe emotionale Wucht entfaltet, aber dennoch mit beeindruckenden Solodarbietungen und großen Ensembleszenen überzeugt.

Nurejew, 1938 geboren, starb 1993 in Paris an den Folgen von AIDS. Sein Nachlass wurde 1995 von Christie's versteigert, ohne dass spezifische juristische oder politische Gründe dokumentiert wurden. Possochow, ursprünglich aus dem ukrainischen Luhansk und heute US-Bürger, wirkt weiterhin an Bolschoi-Produktionen mit – trotz des Verbots des Balletts.

Das russische Verbot schneidet den Zugang zu einem Werk ab, das eine der größten Figuren des Balletts ehrt. Die Produktion bleibt eine seltene künstlerische Auseinandersetzung mit Nurejews Leben, die persönliche Geschichte mit mutigem Bühnenschaffen verbindet. Ihre Abwesenheit in russischen Theatern hinterlässt eine Lücke in der kulturellen Landschaft des Landes.

Quelle