Rita Süssmuths mutige AIDS-Politik prägte Deutschland nachhaltig
Rita Süssmuths mutige AIDS-Politik prägte Deutschland nachhaltig
Rita Süssmuth, eine überzeugte Katholikin und Erziehungswissenschaftlerin, entwickelte sich in den 1980er- und 1990er-Jahren zu einer der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten Deutschlands. 1937 als Tochter eines Schulrats geboren, stieg sie in der CDU auf – gefördert von Heiner Geißler, der die Partei aus ihren patriarchalen Strukturen führen wollte. Einen prägenden Wendepunkt erlebte ihre Karriere, als sie am 26. September 1985 als Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit vereidigt wurde – mit den Worten "So wahr mir Gott helfe".
Süssmuth übernahm ihr Amt zu einer Zeit, in der ihr Ministerium über ein kleines Budget verfügte und kaum mit Kontroversen rechnete. Doch sie setzte schnell Akzente, indem sie die AIDS-Krise entschlossen anging. 1987 startete sie das "Sofortprogramm zur Bekämpfung von AIDS", eine mutige Initiative, zu der auch die Kampagne "Gib AIDS keine Chance" gehörte. Mit Millionen gefördert, nutzte sie TV-Spots, Plakate und Printmedien, um Sexualität zu enttabuisieren, Risiken zu erklären und den Gebrauch von Kondomen zu fördern. Eng arbeitete sie dabei mit Ärzten, Wissenschaftlern wie Meinrad Koch vom Robert Koch-Institut, AIDS-Aktivisten sowie Vertretern aus Kirchen, Medien und Kultur zusammen, um die öffentliche Haltung von Zwangstests und Ausgrenzung wegzulenken.
Ihr Ansatz basierte auf Aufklärung, Forschung und Mitgefühl. Sie argumentierte, dass offene Gespräche über Sex der beste Weg seien, Infektionen zu verhindern. Dies führte 1988 zur Gründung des AIDS-Zentrums beim Bundesgesundheitsamt, das Diagnostik und Krankheitsüberwachung verbesserte. Ihr Wirken beschränkte sich jedoch nicht auf die Gesundheitspolitik – sie stellte sich auch der strukturellen Diskriminierung von Frauen entgegen und lehnte die von Konservativen vorangetriebene "geistig-moralische Wende" ab.
1988 wurde Süssmuth Präsidentin des Bundestags, ein Amt, das sie ein Jahrzehnt lang ausübte. Sie brachte politische Substanz und einen Fokus auf Entpolarisierung in die Rolle ein. Während ihrer Amtszeit leitete sie den Umzug des Bundestags von Bonn nach Berlin und erlaubte sogar, den Reichstag als künstlerische Aussage mit einem riesigen Kondom verhüllen zu lassen. Ihre Führung vereinte Pragmatismus mit einer tiefen Verpflichtung zu ihren katholischen Werten von Nächstenliebe und Fürsorge.
Süssmuths Vermächtnis gründet auf ihrer wegweisenden Reaktion auf die AIDS-Epidemie und ihren Bemühungen, die deutsche Politik zu modernisieren. Ihre Kampagnen prägten die Gesundheitspolitik nachhaltig, während ihre Präsidentschaft im Bundestag bleibende Spuren hinterließ. Durch die Verbindung von Überzeugung und progressivem Handeln wurde sie zu einer prägenden Figur des späten 20. Jahrhunderts in Deutschland.
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