RAW-Gelände in Berlin: Kultur gegen Beton – der Kampf um Cassiopeia und Co.
Paul MaierRAW-Gelände in Berlin: Kultur gegen Beton – der Kampf um Cassiopeia und Co.
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel – Streit um Neubebauung eskaliert
Das historische RAW-Gelände in Berlin, einst ein Reichsbahn-Ausbesserungswerk, ist heute ein lebendiger Ort mit Clubs, Kulturstätten und einer engagierten Gemeinschaft. Doch die Zukunft des Areals ist ungewiss: Während die Kurth Group beschleunigte Baugenehmigungen für Wohnraum vorantreibt, drohen Mieter:innen mit Räumungsklagen. Die Spannungen nehmen zu.
Nach dem Fall der Berliner Mauer lag das Gelände lange brach, doch im Laufe der Jahre entwickelte es sich zu einem kulturellen Zentrum – mit Konzertsälen, einem Biergarten, einer Skatehalle, einer Kletterhalle und saisonalen Märkten. Heute beherbergen die teils maroden Hallen Dutzende Clubs, Bars, Ateliers und Sporteinrichtungen.
Im Januar beantragte die Kurth Group eine beschleunigte Baugenehmigung für Wohnungsneubauten. Im Kern geht es um die Frage, wie viele Wohnungen entstehen sollen – und ob die historischen Hallen, in denen Clubs und Kulturprojekte ansässig sind, erhalten bleiben können. Mitte Mai legten Senat und Bezirksverwaltung einen Rahmenvertrag vor, doch der Investor lehnte ab.
Betroffen ist unter anderem der Club Cassiopeia, der bereits in der nächsten Woche geräumt werden könnte. Benjamin Kiepurning, der dort arbeitet, bezeichnet das Gelände als „Zuhause und Familie“ und betont: „Das darf man nicht einfach schließen.“ Erst kürzlich demonstrierten Aktivist:innen am Kurfürstendamm unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“.
Der Konflikt zwischen Entwickler:innen und Mieter:innen um die Zukunft des RAW-Geländes bleibt ungelöst. Einige Nutzer:innen erhielten bereits Räumungsbescheide, andere neue Vertragsangebote. Die Entscheidung wird zeigen, ob der kulturelle Charakter des Ortes neben den geplanten Wohnprojekten überleben kann.
