NRW-Bauministerin Scharrenbach in der Kritik: Toxische Arbeitskultur und Mobbingvorwürfe
Sebastian SchulteScharrenbach bietet Mitarbeitern nach Vorwürfen Gespräche an - NRW-Bauministerin Scharrenbach in der Kritik: Toxische Arbeitskultur und Mobbingvorwürfe
NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach steht in der Kritik: Vorwürfe wegen giftiger Arbeitsatmosphäre
Die Bau- und Digitalministerin von Nordrhein-Westfalen, Ina Scharrenbach, sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, in ihrem Ministerium ein toxisches Arbeitsklima gefördert zu haben. Berichte beschreiben eine von Angst und Einschüchterung geprägte Kultur; zudem gibt es Hinweise auf Mobbing und Machtmissbrauch – und das kurz vor der Bundestagswahl 2025. Scharrenbach hat die Bedenken inzwischen anerkannt und direkte Gespräche mit betroffenen Mitarbeitenden angeboten.
Auslöser der Kontroverse war im Januar 2025 ein Hinweis eines Personalvertreters an Nathanael Liminski, den Chef der Staatskanzlei, über Fehlverhalten in Scharrenbachs Ressort. Liminski bestätigte später, dass im Zuge der Umstrukturierung der Digitalverwaltungsabteilung – die in ihrem Verantwortungsbereich liegt – "Mobbingvorwürfe" erhoben worden seien. Ein anonymer hochrangiger Beamter wurde mit den Worten zitiert: "Diese Frau hat mich zerstört."
Ein internes Schreiben, das dem Spiegel vorliegt, zeichnet ein düsteres Bild der Arbeitsbedingungen: Die Atmosphäre sei von Angst und Einschüchterung geprägt. Scharrenbach räumte ein, ihr persönlicher Führungsstil habe nicht immer allen Mitarbeitenden gedient. Die Rückmeldungen und deren Auswirkungen auf ihr Team bereiteten ihr "große Sorge".
Als Reaktion auf die Vorfälle schlagen Scharrenbach und ihre Staatssekretärin nun gemeinsame Gespräche mit betroffenen Beschäftigten vor – unter Einbindung des Personalrats. Zudem wurden konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Führungsprozesse angekündigt, wenn auch noch keine langfristigen Reformen über das Jahr 2025 hinaus. Parallel dazu sollen die im Mai 2025 beschlossenen Reformen des öffentlichen Dienstes die Arbeitsbedingungen in NRW insgesamt verbessern, etwa durch flexiblere Karrierewege und digitale Beteiligungsrechte.
Scharrenbachs Ministerium hat erste Schritte eingeleitet, um die Vorwürfe aufzuarbeiten, darunter direkte Gespräche mit dem Personal und Anpassungen in der Führungsebene. Ob die allgemeinen Dienstrechtsreformen zusätzliche Wirkung entfalten werden, bleibt jedoch unklar. Vorerst liegt der Fokus darauf, die akuten Probleme der Belegschaft zu lösen.






