27 March 2026, 00:18

Neuer Castor-Transport erreicht Ahaus trotz Proteste und Debatten

Große Menschenmenge bei einer Straßenkundgebung gegen Atomkraft in Deutschland, mit Transparenten und Fahnen, sowie Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund.

Neuer Castor-Transport erreicht Ahaus trotz Proteste und Debatten

Ein Transportkonvoi mit atomarem Abfall verließ am Mittwochmorgen gegen 10 Uhr das Forschungszentrum Jülich. Die in einem Castor-Behälter verpackte Lieferung erreichte ohne Zwischenfälle das Zwischenlager in Ahaus. Entlang der Strecke versammelten sich Protestierende – ein weiteres Kapitel in der langjährigen deutschen Debatte über Atomtransporte.

Die 170 Kilometer lange Fahrt verlief reibungslos, ohne gemeldete Störungen. Die Polizei setzte über 2.400 Beamte ein, um den Transport abzusichern – ein Zeichen für den Umfang und die Brisanz der Aktion. Es war nicht der erste derartige Transport: Vor fast 28 Jahren traf der erste große Castor-Transport in Ahaus ein. Seither wurden 58 Behälter mit abgebrannten Brennelementen aus Kernkraftwerken wie Neckarwestheim, Philippsburg und Gundremmingen an den Standort gebracht.

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Bei der Ankunft des Konvois gab es Proteste. Hanna Poddig, die eine Mahnwache organisiert hatte, verhandelte mit den Behörden, damit Demonstranten sich per Fahrrad nähern durften. Oppositionspolitiker wie Alexander Vogt und Kathrin Vogler kritisierten die anhaltenden Transporte und forderten politische Kurswechsel. Poddig plädierte für einen vollständigen Stopp, bis ein Endlager gefunden sei.

Das Zwischenlager Ahaus liegt etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Mit weiteren 50 bis 150 geplanten Transporten in den kommenden Jahren ist die Diskussion um die Atommüllentsorgung noch lange nicht beendet. Der jüngste Transport reiht sich in die jahrzehntelange Serie von Atomtransporte in Deutschland ein. Die Behörden sicherten zwar einen reibungslosen Ablauf, doch der öffentliche Widerstand bleibt stark. Künftige Lieferungen werden voraussichtlich ähnlich kritisch begleitet werden, solange die Suche nach einer dauerhaften Lagerlösung andauert.

Quelle