"Miss Germany"-Finale: Warum zwei kopftuchtragende Finalistinnen für eine Debatte sorgen

Nico Peters
Nico Peters
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Eine Gruppe von Frauen in traditioneller bayrischer Tracht spaziert strahlend durch eine Straße, umgeben von Bäumen und Gebäuden, auf einem Schwarz-Weiß-Bild.Nico Peters

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany"-Finale: Warum zwei kopftuchtragende Finalistinnen für eine Debatte sorgen

Deutschlands nächste "Miss Germany" wird an diesem Wochenende in München gekürt

Unter den neun Finalistinnen stehen zwei Frauen, die ein Kopftuch tragen, in der Kritik – ihnen wird vorgeworfen, nicht "deutsch genug" zu sein. Doch der Wettbewerb ist längst kein reiner Schönheitswettbewerb mehr: Im Mittelpunkt stehen heute Führungskompetenz und Unternehmergeist.

Die Veranstaltung findet am 7. März in den Bavaria Studios statt. Die Organisator:innen wollen damit weniger klassische Schönheitsköniginnen als vielmehr zukünftige Wirtschaftseliten ins Rampenlicht rücken.

Die beiden kopftuchtragenden Finalistinnen, Büßra Sayed und Amina Ben Bouzid, sehen sich seit ihrer Teilnahme rassistischen und sexistischen Anfeindungen ausgesetzt. Rund 90 Prozent der hetzerischen Kommentare stammen von Männern. Kritiker:innen behaupten, die beiden könnten deutsche Frauen nicht repräsentieren – woraufhin Sayed fragt, ob Deutschsein etwa von einer bestimmten Frisur abhänge.

Die beiden Frauen kontern mit Humor und Selbstbewusstsein. Sie scherzen über das deutsche Klischee, Räume stoßzulüften, und betonen so ihre Zugehörigkeit. Für sie ist die Teilnahme eine Chance, Mädchen mit ähnlichem Hintergrund zu inspirieren.

Der Wettbewerb hat sich längst von seinen Schönheitswettbewerb-Wurzeln verabschiedet. Gesucht werden heute potenzielle DAX-Vorständinnen und erfolgreiche Gründerinnen. Sieben der neun Finalistinnen verfügen über akademische Abschlüsse oder Führungspositionen – darunter Amelie Reigl, eine Biologin, die in ihrem Labor menschliche Haut züchtet; Aileen Tina Hufschmidt, Pressesprecherin der Bundeswehr; und Anne Bäumler, die bei der Drogeriekette dm ein Team von über 800 Mitarbeiter:innen leitet. Andere, wie Abina Ntim, führen eigene Unternehmen in den Bereichen Kosmetik, Mode und Gründerszene.

Sayed tritt in der Kategorie "Female Founder" an, Ben Bouzid im Bereich "Female Leader". Trotz der Angriffe bleiben beide entschlossen, Vorurteile zu widerlegen und Türen für andere zu öffnen.

Im Finale präsentieren sich neun Frauen aus unterschiedlichen Berufsfeldern – von Biotechnologie über Verteidigung bis hin zum Einzelhandelsmanagement. Die Teilnahme von Sayed und Ben Bouzid unterstreicht den Wandel des Wettbewerbs hin zu Führung und Repräsentation. Die Siegerin wird nicht nach klassischen Schönheitsidealen, sondern nach ihren Leistungen gewählt.