Milo Raus Festival bricht Besucherrekord – doch die Kritik bleibt gespalten
Tim WeberMilo Raus Festival bricht Besucherrekord – doch die Kritik bleibt gespalten
Das diesjährige Festival unter der Leitung von Milo Rau verzeichnete mit über 196.000 Besuchern einen Rekord – doch die Auslastung sank während seiner Amtszeit. Die Veranstaltung bot eine Mischung aus mutigen Inszenierungen und umstrittenen Produktionen.
Milo Raus eigene Produktion Republik der Götter lief fünf Wochen lang. Selbstbewusst erklärte er sie zum „größten Stück aller Zeiten“. Daneben präsentierte das Festival ein breites Spektrum an Werken, die auf höchst unterschiedliche Resonanz stießen.
Gob Squads Turn begeisterte das Publikum mit einer interaktiven Auseinandersetzung mit dem Doppelgänger-Motiv. Angélica Liddells Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben hinterließ als eindrucksvolle Performance bleibenden Eindruck. Dagegen enttäuschte Nestervals Adaption des Nibelungenstoffs und wurde weitgehend kritisiert.
Thorsten Lensings Tanzende Idioten erntete sowohl von Kritikern als auch Besuchern hohe Anerkennung. Florentina Holzingers Pfingstspiel bot ein spektakuläres Stunt-Schauspiel, bei dem ein BMW im Kreis driftete. Susanne Kennedys Parsifal litt unter den überwältigenden Digital-Effekten von Markus Selg und wirkte dadurch statisch.
Andere Produktionen fielen unterschiedlich aus: Das tragische Schicksal der Sonate Nr. 2 erinnerte in seiner Präsentation an einen Abendschulvortrag. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor präsentierte ein kraftvolles Manifest gegen Gewalt. Auch Patti Smith hatte bemerkenswerte Auftritte während des Festivals.
Unter Raus Führung brach das Festival zwar Besucherrekorde – doch die Auslastung ging zurück, und die Reaktionen auf die Aufführungen fielen höchst unterschiedlich aus. Einige Produktionen überzeugten vollends, andere blieben hinter den Erwartungen zurück.






