Mevlüde Genç: Vom Opfer rechtsextremer Gewalt zur Symbolfigur der Versöhnung
Nico PetersMevlüde Genç: Vom Opfer rechtsextremer Gewalt zur Symbolfigur der Versöhnung
Mevlüde Genç wurde nach einem verheerenden rechtsextremen Brandanschlag im Jahr 1993 zu einem Symbol für Widerstandsfähigkeit und Versöhnung. Bei dem Anschlag verlor sie fünf Familienmitglieder, doch sie widmete ihr Leben der Förderung von Toleranz und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Ihre Bemühungen fanden über die Jahre hinweg breite Anerkennung und offizielle Würdigung.
Am 29. Mai 1993 riss ein rechtsextremer Brandanschlag fünf Mitglieder von Mevlüde Gençs Familie in den Tod. Ihr Sohn Bekir überlebte, trägt jedoch bis heute schwere Brandverletzungen davon. Trotz des unermesslichen Verlusts entschied sie sich für die deutsche Staatsbürgerschaft und begann, sich für Frieden und Verständigung einzusetzen.
Die fünf Täter wurden 1997 wegen Mordes verurteilt und zu Haftstrafen von 15 und 10 Jahren verurteilt. Ihr Einsatz für Versöhnung erregte die Aufmerksamkeit von Politikern, darunter Johannes Rau, der die Familie Genç anlässlich des zehnten Jahrestags des Anschlags für ihren Appell zur Einheit lobte.
1996 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz für ihren Kampf gegen Rassismus. Sebastian Haug und Iris Preuß-Buchholz zählten zu den Bewunderern ihres Engagements für Toleranz und friedliches Zusammenleben. Armin Laschet bezeichnete sie später als „die beeindruckendste Frau, die ich je getroffen habe“. Nordrhein-Westfalen ehrte ihr Vermächtnis 2018 mit der Einführung der Mevlüde-Genç-Medaille.
Mevlüde Gençs Geschichte bleibt ein kraftvolles Zeugnis von Stärke angesichts von Tragödien. Ihre Arbeit hat die deutsche Gesellschaft nachhaltig geprägt und inspiriert weiterhin die Bemühungen gegen Rassismus und für sozialen Frieden. Der nach ihr benannte Preis würdigt weiterhin Menschen, die diese Werte hochhalten.
