Mevlüde Genç stirbt mit 79 – Solingen nimmt Abschied von einer Friedensikone
Nico PetersMevlüde Genç stirbt mit 79 – Solingen nimmt Abschied von einer Friedensikone
Mevlüde Genç, ein Symbol für Frieden und Versöhnung, ist im Alter von 79 Jahren verstorben. Das Totengebet für sie fand in der Unteren Wernerstraße in Solingen statt – in der Nähe des Ortes, an dem sie 1993 bei einem Brandanschlag zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte verlor.
Am Sonntag versammelte sich die Stadt Solingen, um ihrer zu gedenken. Rund 1.000 Menschen nahmen an der Trauerfeier teil, darunter türkische Abgeordnete, diplomatische Vertreter sowie Vertreter von Bund, Land und Kommunalverwaltung. Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst gehörte zu den Trauergästen und würdigte ihr lebenslanges Engagement für die Versöhnung.
Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach hielt eine Gedenkrede und betonte ihre außergewöhnliche Mitmenschlichkeit. Nach der Tragödie von 1993 hatte sie zu Freundschaft und Einheit zwischen Deutschen und Türken aufgerufen. Für ihr Wirken wurde sie von Bund und Land als Friedensbotschafterin geehrt.
Im Anschluss an die Feier wurde ihr Sarg nach Köln überführt, bevor er zur Beisetzung in die Türkei gebracht wurde. Mevlüde Gençs Vermächtnis lebt in ihrem Einsatz für Frieden und Verständigung weiter. Ihre Beerdigung fand breite Beachtung und spiegelte die tiefe Wertschätzung wider, die man ihr entgegenbrachte. Die Zeremonie markierte das Ende eines Lebens, das der Überwindung von Spaltungen nach einem schmerzhaften persönlichen Verlust gewidmet war.
