16 March 2026, 10:15

Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus

Kölner Dom: Eintrittsgeld könnte Charakter der Weltkulturerbestätte verändern

Der Kölner Dom, eines der bekanntesten katholischen Wahrzeichen der Welt, könnte bald Eintrittsgelder von Besuchern verlangen. Der Plan stößt auf scharfe Kritik von Barbara Schock-Werner, der ehemaligen Dombaumeisterin, die warnt, dass dies den Charakter der Stätte für immer verändern könnte. Mit sechs Millionen Besuchern pro Jahr würde eine solche Entscheidung das Erlebnis dieses historischen Bauwerks grundlegend prägen.

Die für den Dom verantwortlichen Stellen planen, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen. Die genaue Höhe steht noch nicht fest, doch der Vorschlag hat bereits Widerstand ausgelöst. Schock-Werner bezeichnete die Idee als "sehr problematisch" und argumentiert, sie berge die Gefahr, den Dom in einen Ort zu verwandeln, den sich nur Wohlhabende leisten könnten.

Der Dom, in dem die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, steht seit langem als Symbol für den freien Zugang zum kulturellen Erbe. Schock-Werner erkannte zwar den Bedarf an zusätzlichen Einnahmen an, betonte jedoch, dass Eintrittsgelder die Bedeutung des Doms für die Stadt schwächen könnten. Zudem warnte sie, eine Gebühr könnte Besucher abschrecken und die Rolle des Doms als öffentlicher Raum verändern.

In den vergangenen Jahren hat in Deutschland die öffentliche Ablehnung von Eintrittsgeldern an historischen und religiösen Stätten zugenommen. Proteste und Petitionen – wie 2023 gegen ähnliche Pläne für den Kölner Dom – zeigen eine starke Präferenz für kostenlosen Zugang. Zwar haben einige Einrichtungen, etwa die Dresdner Frauenkirche, erfolgreich Eintrittsgelder eingeführt, doch viele leisten weiterhin Widerstand gegen diese Idee.

Die Debatte über Eintrittsgelder spiegelt die größeren Herausforderungen wider, finanzielle Notwendigkeiten mit öffentlichem Zugang in Einklang zu bringen. Sollte die Gebühr tatsächlich kommen, könnte sie die Besucherzahlen verringern und das Selbstverständnis des Doms verändern. Bislang bleibt abzuwarten, wie die endgültige Entscheidung ausfällt – und welche Folgen sie haben wird.

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