Köln testet Zürcher Modell gegen wachsende Crack-Probleme in NRW

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Ein Plakat mit Fotos von Menschen und Logos, mit dem Text "CNG & Los Cunis Drogenhandelsorganisation", wahrscheinlich informiert über die Mission der Organisation, Betroffene des Drogenhandels zu unterstützen.Admin User

Köln testet Zürcher Modell gegen wachsende Crack-Probleme in NRW

Nordrhein-Westfalen kämpft mit wachsenden Problemen durch offene Drogenszenen in Innenstädten, angetrieben durch einen starken Anstieg des Crackkonsums. Die bestehenden Suchthilfeangebote in der Region sind zersplittert, eine einheitliche Strategie fehlt. Nun prüft Köln einen neuen Ansatz – inspiriert vom Zürcher Modell, das Prävention, Behandlung und Schadensminimierung statt Repression in den Vordergrund stellt.

Der Aufstieg von Crack hat die drogenbedingten Herausforderungen in NRWs Ballungsräumen verschärft. Anders als bei Opioidabhängigkeit gibt es für Crack keine medikamentengestützte Therapie, weshalb Behörden nach alternativen Lösungen suchen. Das Zürcher Modell, das den kontrollierten Verkauf kleiner Mengen Crack in geschützten Räumen erlaubt, zeigt Erfolge – doch eine Übertragung auf NRW erfordert maßgeschneiderte Konzepte für jede Stadt sowie Maßnahmen gegen Obdachlosigkeit, einen zentralen Faktor für den Crackkonsum.

Bisherige Angebote in NRW, etwa die Drogenkonsumräume mit medizinischer Betreuung in Städten wie Dortmund, bieten Notfallversorgung. Doch diese Initiativen sind uneinheitlich, die Unterstützung variiert je nach Kommune. Das geplante Suchthilfezentrum im Kölner Pantaleonviertel stößt bereits auf Widerstand: Rund 1.000 Demonstranten fordern mehr Bürgerbeteiligung und eine klarere Strategie.

Die Umsetzung eines Zürcher Modells würde erhebliche Mittel und Abstimmung erfordern. Aktuell fehlt in der Region ein zusammenhängender Plan, und die Bekämpfung offener Drogenszenen bleibt eine kostspielige, komplexe Aufgabe. Ohne einheitliches Vorgehen könnten Fortschritte langsam und ungleichmäßig ausfallen.

Das geplante Zentrum in Köln könnte einen Richtungswechsel in der NRW-Drogenpolitik markieren – sein Erfolg hängt jedoch davon ab, Finanzierungslücken zu schließen und öffentliche Bedenken auszuräumen. Wird das Zürcher Modell übernommen, könnte es die Suchthilfe neu gestalten – vorausgesetzt, die Kommunen arbeiten zusammen, um die bestehenden Versorgungslücken zu füllen. Der Ausgang wird zeigen, ob die Region die Folgen des Crackkonsums eindämmen und die Betreuung der Betroffenen verbessern kann.