04 April 2026, 12:16

Joey Skaggs' Aprilscherz-Parade entlarvt Medien – seit 1986 mit System

Zeichnung eines Mannes in Zylinder und Frack vor einer Menge mit einer Stange und einem Zaun im Hintergrund, beschriftet mit "Aprilscherz" unten.

Joey Skaggs' Aprilscherz-Parade entlarvt Medien – seit 1986 mit System

Seit fast vier Jahrzehnten verwandelt Joey Skaggs den 1. April in New York City in ein aufwendiges Spektakel. Seine jährliche Parade, eine Mischung aus Satire und Streichen, täuscht Medien und zieht seit 1986 Scharen von Zuschauern an. Bei der diesjährigen Veranstaltung führte ein Double des Präsidenten den Umzug an, begleitet von der Vorführung eines Mockumentary-Films und Lesungen aus geschwärzten Gerichtsakten.

Skaggs ist kein Unbekannter, wenn es um Scherze geht. Zu seinen früheren Streichen zählen gefälschte Auktionen von Prominenten-Sperma und ein erfundener KI-Haustierübersetzer – alles darauf angelegt, Kommerz und die Leichtgläubigkeit der Medien auf die Schippe zu nehmen. Jeder Streich wird akribisch geplant, oft mit gefälschten Pressemitteilungen, Websites und inszenierten Demonstrationen, die Journalisten bis zur Auflösung am 1. April an der Nase herumführen.

Seine Tradition begann 1986, als er New Yorker Medien einlud, über eine Parade zu berichten, die es gar nicht gab. Schul-Marschkapellen und Fernsehteams trafen an der Fifth Avenue ein – doch statt einer Veranstaltung fanden sie nur leere Straßen vor. Der Streich sollte zeigen, wie leicht sich die Presse in die Irre führen lässt, und feierte gleichzeitig den Unsinn als Form des Protests.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Parade zu einem echten Treffen, auch wenn ihre Wurzeln im Täuschungsmanöver liegen. Frühere Ausgaben umfassten einen Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb und eine Y2K-Apokalypse-Party. In diesem Jahr folgten die Besucher einem Präsidenten-Double, sahen eine satirische "Melania-Mockumentary" und hörten sich geschwärzte Namen aus den Jeffrey-Epstein-Akten vorlesen. Das Motto der Veranstaltung – "die Menschen wieder mit ihrer angeborenen Albernheit in Kontakt zu bringen" – verbindet Humor mit scharfer politischer Kritik.

Skaggs' Streiche beschränken sich nicht auf die Parade. 2023 erfand er eine "Promi-Samenbank"-Auktion, komplett mit gefälschten Empfehlungen und einer überzeugenden Website. Ein Jahr später präsentierte er einen "KI-Haustierübersetzer" und behauptete, das Gerät könne die Gedanken von Tieren entschlüsseln. Beide Scherze basierten auf detaillierten Presseunterlagen und inszenierter Medienberichterstattung – und enthüllten, wie schnell Redaktionen auf sensationelle Geschichten hereinfallen.

Seine Methoden sind gründlich: Skaggs verbringt Monate damit, Zeitungsausschnitte zu sammeln und Geschichten zu konstruieren, damit seine Streiche authentisch wirken. Er betrachtet seine Arbeit als Kunst und nutzt Satire, um Autoritäten und die Glaubwürdigkeit der Medien herauszufordern. Die Tradition erinnert an andere berühmte Aprilscherze, wie die Geschichte des Sports Illustrated von 1985 über einen Werfer, der angeblich 168 Meilen pro Stunde warf – später als Fiktion entlarvt – oder David Bowies "Verlagsgründung" 1998, die der Schriftsteller William Boyd 2011 in einem Essay als surreale, prominenzgespickte Täuschung beschrieb.

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Die Parade und Skaggs' Scherze ziehen weiterhin Aufmerksamkeit auf sich und beweisen, wie leicht Fiktion als Tatsache getarnt werden kann. Medien fallen noch immer auf seine Tricks herein, während die Teilnehmer den chaotischen Geist der Veranstaltung feiern. Jahr für Jahr werden die Streiche ausgefeilter und erinnern die Öffentlichkeit daran, das Gehörte zu hinterfragen – und über die Ergebnisse zu lachen.

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