Gericht kippt Vuelings Handgepäckgebühren – Sieg für Fluggäste und Verbraucherschützer
Tim WeberGericht kippt Vuelings Handgepäckgebühren – Sieg für Fluggäste und Verbraucherschützer
Ein deutsches Gericht hat die Handgepäckregelung von Vueling nach einer Klage von Verbraucherschutzorganisationen für unzulässig erklärt. Das Oberlandesgericht Hamm entschied, dass die Fluggesellschaft Passagieren künftig nicht mehr nur ein kleines Handgepäckstück kostenfrei gestatten darf. Das Urteil ist ein Erfolg für Fluggäste, die bisher für größere Kabinentaschen zusätzliche Gebühren zahlen mussten.
Die Klage war vom Verband der Verbraucherzentralen (vzbv) eingereicht worden, der argumentierte, Vuelings Praxis verstoße gegen die EU-Fluggastrechte. Die Airline hatte kostenloses Handgepäck auf Taschen mit maximal 20 x 30 x 40 Zentimetern beschränkt und für größere Stücke Zusatzgebühren verlangt. Das Gericht urteilte nun, solche Einschränkungen seien rechtswidrig – Handgepäck sei ein grundlegender Bestandteil des Flugreiseservice und dürfe keine Extra-Kosten verursachen, sofern es angemessene Größen- und Gewichtsstandards einhalte.
Ramona Popp, Vorstandsvorsitzende des vzbv, kritisierte Fluggesellschaften, die durch intransparente Regeln beim Handgepäck Profite erzielten. Sie forderte EU-weite Vorgaben, darunter ein standardisiertes, kostenloses Kabinengepäckstück mit mindestens 115 Zentimetern Gesamtgröße und bis zu zehn Kilogramm Gewicht. Die Richter bestätigten ihre Position, dass Gebühren für größere Taschen gegen Verbraucherschutzrecht verstoßen.
Unterdessen sind ähnliche Klagen gegen EasyJet, Eurowings und Wizz Air wegen deren Handgepäckbestimmungen noch nicht entschieden. Das Thema ist auch in EU-Verhandlungen gelangt: Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments stimmte im Januar 2026 für eine Garantie auf kostenloses Handgepäck nach einheitlichen Standards. Die Haltung von Rat und Kommission zu dieser Reform bleibt jedoch noch unklar.
Heute begannen in Brüssel Beratungen über die Aktualisierung der Fluggastrechte, einschließlich der Handgepäckregeln. Die Ergebnisse könnten die künftigen Richtlinien für Airlines in ganz Europa prägen.
Das Urteil zwingt Vueling, seine Handgepäckpolitik zu ändern und auf Zusatzgebühren für größere Kabinentaschen zu verzichten, sofern diese vernünftige Anforderungen erfüllen. Verbraucherschützer werten dies als Schritt zu einer faireren Behandlung von Passagieren. Über weitere ähnliche Fälle und EU-weite Reformen wird noch verhandelt.






