22 April 2026, 06:31

Forschungsprojekt POTUS sucht Lösungen für nachhaltigen Stadtgüterverkehr in Europa

Plakat mit einem Zug auf Schienen mit Menschen in der Nähe, das "The American Jobs Plan Will Expand Affordable Public Transportation" bewirbt.

Forschungsprojekt POTUS sucht Lösungen für nachhaltigen Stadtgüterverkehr in Europa

Neues europäisches Forschungsprojekt sucht nach Wegen für nachhaltigeren Stadtgüterverkehr

Unter der Leitung der Bergischen Universität Wuppertal erforscht die Initiative POTUS, wie Städte Lieferungen effizienter gestalten und gleichzeitig die Umweltbelastung verringern können. An dem Vorhaben sind Partner aus fünf Ländern sowie mehrere deutsche Kommunen beteiligt. Das Projekt wird mit rund 1,4 Millionen Euro gefördert.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Konzept der "15-Minuten-Stadt" den urbanen Güterverkehr verändern könnte. Dieses Modell zielt darauf ab, dass Bewohner:innen wichtige Dienstleistungen innerhalb von 15 Geh- oder Fahrradminuten erreichen – und so die Abhängigkeit vom Auto reduzieren. Die Forscher:innen untersuchen, ob lokale Lieferketten und kürzere Transportwege diese Vision unterstützen können.

Eine der größten Herausforderungen ist der Mangel an zuverlässigen Daten zu Güterströmen. Lücken in der Informationslage erschweren es Städten, wirksame Verkehrskonzepte zu entwickeln. Das Team analysiert, wie Merkmale von Stadtteilen – etwa ein hoher Anteil junger Bewohner:innen – die Nachfrage nach Lieferungen beeinflussen. Zudem werden Gebiete identifiziert, in denen der Güterverkehr unter bestimmten Bedingungen besonders stark ansteigt.

Ein weiteres Ziel ist der länderübergreifende Vergleich von Daten. Durch standardisierte Erhebungs- und Austauschmethoden soll das Projekt präzisere Verkehrsmodelle ermöglichen. Die Erkenntnisse könnten Städten helfen, intelligentere Politiken für eine saubere und effizientere Warenverteilung zu entwickeln.

Federführend ist der Lehrstuhl für Güterverkehrsplanung und Logistik der Uni Wuppertal. Beteiligt sind Einrichtungen aus Österreich, Schweden, Frankreich und Italien sowie lokale Partner in Düsseldorf und Wiesbaden. Die Finanzierung stammt aus dem EU-Programm Driving Urban Transitions und nationalen Quellen.

Das POTUS-Projekt läuft über drei Jahre, wobei die Ergebnisse künftige Stadtplanungen prägen sollen. Bei Erfolg könnten die Empfehlungen Städten helfen, Emissionen und Staus durch optimierte Logistiknetze zu reduzieren. Zudem könnte die Forschung einen Rahmen für den europaweiten Vergleich von Verkehrsdaten schaffen.

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