Falsche Rentenmythen: Warum ukrainische Geflüchtete keine Sonderregeln erhalten
Falsche Rentenmythen: Warum ukrainische Geflüchtete keine Sonderregeln erhalten
Ein virales Video verbreitet falsche Behauptungen über ukrainische Geflüchtete in Deutschland, die angeblich ohne eigene Beiträge Rentenleistungen erhalten. In den Aufnahmen äußert sich ein lokaler Politiker irreführend und behauptet, 114.000 Ukrainerinnen und Ukrainer würden vorzeitig Altersrente beziehen. Tatsächlich gelten für alle Einwohner – einschließlich Geflüchteter – dieselben Regeln.
In dem Video tritt Michael Hasenkamp auf, ein Politiker aus Witten in Nordrhein-Westfalen. Er behauptet, ukrainische Geflüchtete könnten mit 60 in Rente gehen, während Deutsche bis 67 warten müssten. Diese Aussage ist schlicht falsch.
Nach deutschem Recht müssen alle – also auch ukrainische Geflüchtete – das gleiche Renteneintrittsalter erfüllen und die erforderlichen Beitragszeiten vorweisen. Nur wer in die deutsche Rentenversicherung eingezahlt hat, erhält eine reguläre Altersrente.
Das Video verweist zudem auf ein Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und der Ukraine aus dem Jahr 2018. Dieses Abkommen wurde jedoch nie von der Ukraine ratifiziert und ist Stand Januar 2026 nicht in Kraft. Selbst wenn es gelten würde, würde es weder einen vorzeitigen Rentenbezug noch Leistungen ohne Beiträge ermöglichen.
Zweck des Abkommens war es ursprünglich, eine doppelte Versicherungspflicht für vorübergehend ins Ausland entsandte Arbeitnehmer zu vermeiden. Zudem sollte es Beitragszeiten aus beiden Ländern zusammenrechnen, um Mindestversicherungszeiten zu erfüllen. Die konkrete Rentenberechnung würde dennoch nach den Gesetzen des Landes erfolgen, in das eingezahlt wurde.
Offizielle Daten dazu, wie viele Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland überhaupt Anspruch auf Rente nach diesem Abkommen hätten, gibt es nicht. Die im Video genannte Zahl von 114.000 Geflüchteten, die ohne eigene Beiträge Leistungen erhalten sollen, ist grundlos und entbehrt jeder Grundlage.
Die falschen Behauptungen im Video haben bei Zuschauern ein falsches Bild der Rentenregeln für ukrainische Geflüchtete erzeugt. Wie alle Einwohner müssen auch sie in das deutsche System einzahlen, um Ansprüche zu erwerben. Das nie in Kraft getretene Abkommen von 2018 ändert daran nichts – und ermöglicht schon gar keinen vorzeitigen Rentenbezug.
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