15 March 2026, 06:17

EU-Saatgutverordnung bedroht Existenz kleiner Erzeuger in Düsseldorf

Ein Buch mit dem Titel "Archias Saatgut-Jahrbuch 1941", das Tomaten, Gurken, Paprika und bunte Gläser mit Gemüse auf dem Cover zeigt.

EU-Saatgutverordnung bedroht Existenz kleiner Erzeuger in Düsseldorf

Ein geplanter EU-Saatgutverordnung hat bei kleinen Erzeugern in Düsseldorf Besorgnis ausgelöst. Das neue Gesetz, das derzeit verhandelt wird, könnte hohe Kosten und strenge Auflagen für traditionelle Saatguthändler mit sich bringen. Viele befürchten, dass die Änderungen sie vollständig aus dem Geschäft drängen könnten.

Für Hobbygärtner könnte dies den Verlust des Zugangs zu seltenen und vielfältigen Sorten bedeuten. Stattdessen bliebe ihnen möglicherweise nur noch standardisiertes Saatgut großer Industrieanbieter.

Die Verhandlungen über die EU-Verordnung begannen im Februar 2026. Ziel des Gesetzes ist es, die Zertifizierungsregeln zu verschärfen und hohe Gebühren für Saatguthändler einzuführen. Kleine Erzeuger warnen, dass sie sich diese Kosten nicht leisten können und gezwungen wären, zu schließen, da ihnen die Mittel fehlen, um die Vorgaben zu erfüllen.

Saatgutbibliotheken in Köln und Neuss haben bereits Maßnahmen ergriffen, um die biologische Vielfalt zu schützen. Sie bieten die kostenlose Ausleihe vielfältiger Sorten an und helfen Gärtnern so, seltene Pflanzen zu erhalten. Claudia Neufurth von der Stadtbibliothek Neuss berichtet von einer wachsenden Nachfrage nach diesen Dienstleistungen.

Das Europäische Parlament hat Ausnahmen gefordert, um kleine Erzeuger zu unterstützen. Der Rat der Agrarminister hingegen befürwortet einen strengeren Ansatz mit umfassenden Kontrollen. Offizielle Zahlen, wie viele deutsche Saatgutbetriebe betroffen sein könnten, gibt es nicht – doch viele in Düsseldorf bangen um ihre Zukunft.

Anne Mommertz, eine Selbstversorgerin, ist auf Nischenanbieter für ihre Kulturen angewiesen. Sollte die Verordnung in Kraft treten, könnte es für sie schwierig werden, das vielfältige Saatgut zu finden, das sie benötigt. Ohne kleine Erzeuger bliebe Gärtnern wie ihr nur eine begrenzte Auswahl an Produkten großer Industrieunternehmen.

Das Ergebnis der EU-Verhandlungen wird über das Schicksal vieler kleiner Saatguthersteller entscheiden. Falls die strengeren Regeln durchgesetzt werden, könnten seltene Sorten vom Markt verschwinden. Gärtner und Bibliotheken warten nun darauf, ob Ausnahmen ihren Zugang zu vielfältigem Saatgut sichern werden.

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