Belarussische Oppositionsführerinnen erhalten Karlspreis für ihren Kampf gegen Lukaschenkos Regime
Paul MaierBelarussische Oppositionsführerinnen erhalten Karlspreis für ihren Kampf gegen Lukaschenkos Regime
Drei belarussische Oppositionsführerinnen wurden 2022 mit einer der höchsten Auszeichnungen Europas geehrt. Swjatlana Zichanouskaja, Maria Kalesnikawa und Veronika Zepkalo erhielten den Internationalen Karlspreis für ihren Kampf gegen das autoritäre Regime in Belarus. Die Auszeichnung würdigte ihr Engagement für demokratischen Wandel in ihrem Land trotz massiver Repression.
Die drei Frauen wurden zu zentralen Figuren der prodemokratischen Bewegung in Belarus, nachdem die umstrittene Präsidentschaftswahl 2020 stattgefunden hatte. Maria Kalesnikawa wurde im September desselben Jahres in Minsk festgenommen. 2021 verurteilte ein Gericht sie zu elf Jahren Haft.
Kalesnikawa kam im Dezember 2025 im Rahmen einer Freilassung politischer Gefangener frei. Nach Jahren hinter Gittern lebt sie nun in Deutschland.
Swjatlana Zichanouskaja, die 2020 aus Belarus floh, setzt ihren Kampf von außerhalb fort. Sie setzt sich für die über 1.200 politischen Gefangenen ein, die noch immer in Belarus inhaftiert sind. Zu ihrer Arbeit gehören Lobbying beim Europarat sowie die Forderung nach schärferen EU-Sanktionen gegen das Regime von Alexander Lukaschenko. Nach Jahren in Litauen plant sie nun, nach Warschau umzuziehen.
Der Internationale Karlspreis wird seit 1950 an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die europäische Einigung verdient machen. Zu den früheren Preisträgern zählen unter anderem Angela Merkel und Papst Franziskus. Die Auszeichnung 2022 unterstrich den Mut der drei Frauen, die sich einem Regime widersetzen, das für brutale Unterdrückung bekannt ist.
Kalesnikawas Freilassung erfolgte nach Jahren in Haft, während Zichanouskaja weiterhin im Exil aktiv bleibt. Die Verleihung des Karlspreises lenkte die weltweite Aufmerksamkeit auf die politische Krise in Belarus. Gleichzeitig verstärkte die Auszeichnung die Forderungen nach anhaltendem Druck auf die Regierung Lukaschenkos.