Erste Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus starten trotz ungelöster Endlager-Frage
Nico PetersErste Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus starten trotz ungelöster Endlager-Frage
Deutschlands jahrelanger Streit um die Atommüll-Lagerung nähert sich einem entscheidenden Moment. Nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen und politischer Verzögerungen sollen ab nächster Woche die ersten Transporte radioaktiven Materials vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus rollen. Der Atommüll lagert seit vier Jahrzehnten vor Ort – eine dauerhafte Lösung ist frühestens für die 2070er Jahre in Aussicht.
Der Versuchsreaktor in Jülich wurde 1988 abgeschaltet und hinterließ 152 Castor-Behälter mit Atommüll, die seitdem am Standort feststecken. Seit 2013 betreibt das Zentrum das Zwischenlager ohne gültige Genehmigung, während die Behörden über einen neuen Standort stritten. Die Stadt Ahaus und Atomkraftgegner hatten die Transportpläne wiederholt angefochten, scheiterten damit aber vor Gericht.
Nun sollen alle 152 Behälter in mehr als 50 Einzeltransporten nach Ahaus gebracht werden – obwohl auch dort die Genehmigung für das Zwischenlager 2036 ausläuft. Das Forschungszentrum Jülich weigert sich, den Müll länger zu behalten, und schiebt das Problem damit in die nächste Phase. Das Ahauser Lager, ursprünglich für Atommüll konzipiert, hat sich in den letzten Jahren stattdessen auf Quantencomputing-Forschung spezialisiert.
Der erste Transport wird in den kommenden Tagen erwartet und markiert den Beginn eines Prozesses, der sich seit der Reaktorabschaltung vor fast 40 Jahren hinzieht. Ungeklärt bleibt die Frage der Endlagerung – gerade jetzt, wo Deutschland über eine Rückkehr zur Kernenergie durch kleine modulare Reaktoren (SMR) nachdenkt, ohne dass es für deren Abfälle eine klare Lösung gäbe.
Die ersten Lieferungen starten nächste Woche und bringen den Atommüll erstmals von Jülich nach Ahaus. Die Transporte finden statt, obwohl weiterhin Bedenken wegen der Genehmigungsfristen und des fehlenden Endlagers bestehen. Mit einer ungewissen Atommüll-Strategie bleibt das Problem auf Jahrzehnte ungelöst.






