Erkelenzer Dörfer kämpfen um Rückkehr – nur wenige Bewohner wagen den Neuanfang
Erkelenzer Dörfer kämpfen um Rückkehr – nur wenige Bewohner wagen den Neuanfang
Dreieinhalb Jahre nach der Rettung vor dem Abriss kommt der Wiederaufbau der fünf Erkelenzer Dörfer nur langsam voran. Einst wurden rund 1.500 Menschen umgesiedelt, doch bisher sind nur wenige zurückgekehrt. Die Region steht nun vor finanziellen Hürden und einem langen Weg der Erholung.
Der ehemalige Bewohner Oliver Kanneberg versuchte, sein altes Haus in Kuckum zurückzukaufen, scheiterte jedoch an einem früheren Kaufangebot eines anderen Interessenten. Bisher hat nur ein ehemaliger Bewohner sein Eigentum erfolgreich zurückerworben, ein zweiter Kauf steht kurz vor dem Abschluss. Sechs weitere Familien prüfen noch ihre Optionen.
Die verbleibenden Häuser, viele in desolatem Zustand, werden inzwischen auf dem freien Markt angeboten. Der Energiekonzern RWE hat Festpreise von etwa 200.000 Euro pro Objekt festgelegt. Umfassende Sanierungen sind nötig – ein Grund, warum sich manche gegen eine Rückkehr entscheiden.
Die Finanzierung bleibt eine große Herausforderung. Zwar sind 546,5 Millionen Euro gesichert, doch über eine Milliarde Euro für geplante Projekte warten noch auf die Freigabe. Weitere zwei Milliarden Euro an Förderanträgen müssen bis Jahresende genehmigt werden, um Bundesmittel für die Rheinland-Region zu erschließen.
Bürgermeister Muckel rechnet damit, dass es ein Jahrzehnt dauern könnte, bis die Region wieder blüht. Erst 2036 soll das nahegelegene Restloch geflutet werden. Bis Januar 2026 werden sich die meisten ehemaligen Bewohner entweder gegen eine Rückkehr entscheiden oder diese als unmöglich erachten, während neue Zuzügler noch ausstehen.
Die Zukunft der fünf Dörfer hängt davon ab, Milliarden an Fördergeldern zu sichern und neue Bewohner anzulocken. Da bisher nur wenige ehemalige Eigentümer zurückgekehrt sind, könnte sich die vollständige Erholung der Region weit ins nächste Jahrzehnt ziehen. Vorerst bleibt das Gebiet weitgehend verlassen – in Erwartung von Investitionen und Menschen.
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