Digitales Deutschland droht abgehängt zu werden – NRW fordert dringende Reformen
Paul MaierDigitales Deutschland droht abgehängt zu werden – NRW fordert dringende Reformen
Deutschlands digitale Infrastruktur steht unter wachsendem Druck, da die Nachfrage das Angebot übersteigt. Weniger als ein Viertel der ländlichen Regionen verfügt derzeit über Hochgeschwindigkeitsinternet – viele Haushalte bleiben damit abgehängt. Die Freien Wähler Nordrhein-Westfalen fordern nun dringendes Handeln, um diese Versorgungslücken zu schließen.
Die FREIE WÄHLER NRW drängt auf eine umfassende Digitalstrategie, um die Systeme des Landes zu modernisieren. Sie hat Bundesminister Volker Wissing aufgefordert, einen klaren Zeitplan und Maßnahmenkatalog für die notwendigen Verbesserungen vorzulegen. Erste Schritte sollen noch vor Ende 2023 eingeleitet werden, 80 Prozent der Ziele bis 2028 erreicht sein.
Deutschlands Ausgaben für IT liegen bei nur 1,4 Prozent der Wirtschaftsleistung – deutlich unter den 3,4 Prozent in den USA. Diese Unterfinanzierung belastet die Infrastruktur, die mit der steigenden Nachfrage kaum Schritt hält. Allein am Internet-Knotenpunkt DE-CIX hat sich der Datenverkehr in den letzten zehn Jahren verzehnfacht, was die Schwächen im Netz offenbart.
Vergangene Pannen zeigen die Problematik: Während der Corona-Lockdowns brachen Lernplattformen immer wieder zusammen. Erst kürzlich führte ein 200-Euro-Zuschuss für Studierende zum Kollaps der Bundessysteme. Nun soll das Ziel lauten, über 60 Prozent der ländlichen Haushalte auf das Niveau von Ländern wie Rumänien oder Lettland zu bringen.
Der Aufruf zu einem kohärenten Gesamtplan zielt darauf ab, künftige Störungen zu vermeiden und die digitale Kluft zu schließen. Mit konkreten Vorgaben und höheren Investitionen könnten ländliche Regionen schnellere und stabilere Verbindungen erhalten – und Deutschland sich damit an die leistungsstärkeren europäischen Nachbarn annähern.






