02 April 2026, 14:15

Digitale sexualisierte Gewalt trifft fast jeden zweiten Jugendlichen in Deutschland

Karte von Australien mit rot schattierten Bereichen, die die prozentualen Anteile von minderjährigen Teenagern in den Bundesstaaten anzeigen, mit einer Bildunterschrift unten, die besagt: "Minderjährige Teenager können wegen einvernehmlichen Sex auf die Sex-Täter-Liste gesetzt werden."

Digitale sexualisierte Gewalt trifft fast jeden zweiten Jugendlichen in Deutschland

Digitale sexualisierte Gewalt betrifft fast die Hälfte aller jungen Menschen in Deutschland

Aktuelle Studien zufolge ist fast jeder zweite junge Mensch in Deutschland von digitaler sexualisierter Gewalt betroffen. Von gefälschten Profilen bis hin zu Deepfake-Pornografie hat das Internet Tätern neue Wege eröffnet, Opfer anzugreifen – oft mit kaum Kontrollen oder Konsequenzen.

Ein Bericht des Bundeszentralamts für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2020 zeigt, dass nahezu die Hälfte der Jugendlichen online mit sexualisierter Gewalt konfrontiert wird. Die Vorfälle reichen von Grenzüberschreitungen in Chatgruppen unter Freunden bis zu schweren Fällen wie Cybergrooming, bei dem Täter Minderjährige über private Nachrichten manipulieren, um sie später zu missbrauchen. Die Polizeistatistik desselben Jahres verzeichnete einen deutlichen Anstieg gemeldeter Cybergrooming-Fälle, doch Expert:innen warnen, dass die Dunkelziffer weit höher liegt.

Aufmerksamkeit erhielt das Thema auch durch prominente Fälle wie die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Fernandes wirft Ulmen vor, gefälschte Profile und pornografische Deepfakes erstellt zu haben – eine Form digitaler Gewalt, die Technologie gezielt einsetzt, um Opfer zu schädigen.

Schulen als zentraler Ort der Prävention Die Pädagogin Yasmina Ramdani führt in Thüringen Workshops durch und hat bereits rund 5.000 Schüler:innen darüber aufgeklärt, wie man digitale sexualisierte Gewalt erkennt und sich dagegen wehrt. Dennoch geben viele Lehrkräfte zu, sich überfordert zu fühlen – obwohl sie die Schwere des Problems erkennen.

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Forderungen nach ganzheitlichen Lösungen Fachleute betonen, dass das Problem nur mit breiteren Maßnahmen bekämpft werden kann. Eltern werden aufgefordert, mit ihren Kindern über Grenzen zu sprechen und das eigene digitale Verhalten zu reflektieren. Gleichzeitig fordern Kritiker:innen eine strengere Regulierung von Tech-Konzernen, deren Plattformen Missbrauch ermöglichen, indem sie Tätern Zugang verschaffen, den sie offline nie hätten.

Der Anstieg digitaler sexualisierter Gewalt offenbart Schutzlücken in Bildung und Prävention. Angesichts der Tatsache, dass fast die Hälfte der Jugendlichen betroffen ist, stehen Schulen, Eltern und Politiker:innen unter Druck, den Schutz zu verstärken. Um das Problem zu lösen, braucht es nicht nur mehr Bewusstsein, sondern auch strukturelle Veränderungen – von Aufklärung im Klassenzimmer bis hin zur Unternehmensverantwortung.

Quelle